Großangelegte Razzia in Nordrhein-Westfalen gegen illegale Bodenentsorgung

12.04.2025

Planierraupen schieben mutmaßlich belasteten Boden in ein Gewässer. Bild (c) LKA NRW
Planierraupen schieben mutmaßlich belasteten Boden in ein Gewässer. Bild (c) LKA NRW

Etwa 300 Einsatzkräfte haben im Rahmen des Ermittlungskomplexes „Boden NRW“ in Nordrhein-Westfalen um die 50 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. An der Aktion beteiligt waren das Landeskriminalamt NRW, die Staatsanwaltschaft Dortmund sowie weitere Polizeibehörden. Ziel der Maßnahmen war es, gegen ein kriminelles Netzwerk vorzugehen, das im Verdacht steht, tonnenweise belastete Böden und Abfälle illegal entsorgt zu haben. Mehr als 30 Personen stehen unter Verdacht.

Beteiligung des Landesamtes für Natur-, Umwelt und Verbraucherschutz

Das Landesamt für Natur-, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV NRW) unterstützte die Durchsuchung, indem es an verschiedenen Standorten Probennahmen durchführte. Die Analysen der Proben sollen Aufschluss über den Umfang und den Grad der Belastung der illegal entsorgten Böden geben.

Verdacht auf illegale Machenschaften im Baustoffsektor

Im Fokus der Ermittlungen stehen insbesondere Transportunternehmer aus dem Baustoffsektor und Verantwortliche von Unternehmen der Abfallentsorgung. Ihnen wird vorgeworfen, belastete Böden an verschiedenen Stellen wie im Tagebau Garzweiler und in anderen Kies- und Sandgruben entsorgt zu haben, oft ohne Wissen der Bauherren.

Manipulation von Dokumenten und Analysen

Weitere Vorwürfe betreffen die Fälschung oder inhaltliche Verfälschung von Wiege- und Lieferscheinen. Diese Dokumente dienten dazu, eine ordnungsgemäße Entsorgung vorzutäuschen. Zudem besteht der Verdacht, dass gefälschte Bodenanalysen benutzt wurden, um Unbedenklichkeit vorzutäuschen.

Verbindungen zu Baufirmen

Auch Mitarbeiter von Baufirmen, die Entsorgungsaufträge an die beschuldigten Netzwerke erteilt haben, stehen im Fokus der Ermittlungen. Die Untersuchungen beziehen sich auf mögliche finanzielle und sächliche Vorteile, die im Austausch für die Auftragsvergabe gewährt wurden.

Erweiterte Ermittlungsmaßnahmen im Ermittlungskomplex „Boden NRW“

Bereits im September 2024 und Januar 2025 fanden ähnliche Durchsuchungen statt, die Hinweise auf organisierte Strukturen lieferten. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurden die Ermittlungsteams beim Landeskriminalamt NRW und dem Polizeipräsidium Recklinghausen personell erweitert. Zusätzlich wurde eine neue Ermittlungskommission bei der Kreispolizeibehörde Euskirchen eingerichtet. Die Vernetzungsstelle Umweltkriminalität des LKA NRW koordiniert den gesamten Ermittlungskomplex „Boden NRW“.

Fortdauer der Ermittlungen

Die Ermittlungen in diesem Fall ziehen sich hin und berücksichtigen mögliche weitere Tatbeteiligte. Die Behörden bemühen sich weiterhin, das volle Ausmaß der Organisation und der begangenen Straftaten aufzuklären, um rechtlich gegen die Beteiligten vorzugehen.

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