Bauindustrie: „Straßenbau stockt – Mittelfreigabe dringend nötig“

01.08.2025

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte kürzlich aktuelle Daten für das deutsche Bauhauptgewerbe. Im Mai 2025 wurde im Vergleich zum Vorjahresmonat ein reales Orderplus von 5,3 Prozent verzeichnet. Im Vergleich zum Vormonat April fiel jedoch ein Minus von 0,5 Prozent auf. Betrachtet man die ersten fünf Monate des Jahres, ergibt sich insgesamt ein reales Plus von 8,2 Prozent.

Negative Entwicklung im Straßenbau

Entgegen dem allgemeinen positiven Trend meldeten die Bauunternehmen im Straßenbau ein signifikantes reales Minus von 13,2 Prozent für den Zeitraum Januar bis Mai; auf das gesamte Bauhauptgewerbe bezogen betrug der Rückgang 3,2 Prozent. Der Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, Tim-Oliver Müller, führt diese Entwicklung auf den Ausschreibungsstopp der bundeseigenen Autobahn GmbH zurück, der sich negativ auf die Branche auswirkte.

Appell an den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags

Tim-Oliver Müller äußerte sich zur In-Aussicht-Stellung der fehlenden Mittel für 2025 als starkes Signal für die Branche und betonte die Notwendigkeit einer Entscheidung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags für den Erhalt der Straßen und Brücken.

Herausforderungen für Bauunternehmen

Müller wies darauf hin, dass es problematisch sei, von den Bauunternehmen zu verlangen, ihre Kapazitäten aufzubauen und zu erhalten, ohne ihnen entsprechende Aufträge zur Verfügung zu stellen. Unternehmen müssten wirtschaftlich arbeiten, was bei Personalkosten ohne entsprechende Einnahmen schwierig sei. Im Rahmen des ifo Konjunkturtests berichtete jeder dritte Straßenbauer von Behinderungen seiner Bautätigkeit aufgrund mangelnder Aufträge, verglichen mit jedem vierten im Vorjahr.

Positive Tendenzen im Wohnungs- und Wirtschaftstiefbau

Trotz der Herausforderungen im Straßenbau wurde im Wohnungsbau ein leichter Zuwachs auf niedrigem Niveau verzeichnet. Der Wirtschaftstiefbau profitierte von Großprojekten im Bahnbau und verzeichnete ein deutliches Auftragsplus.

Umsatzentwicklung im Bauhauptgewerbe

Der Umsatz im gesamten Bauhauptgewerbe stieg im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,1 Prozent an. Für die ersten fünf Monate resultierte daraus ein Anstieg von real 2,8 Prozent. Während im Wohnungs- und Straßenbau weiterhin ein Rückgang zu verzeichnen ist, zeigt der Wirtschaftstiefbau aufgrund der positiven Auftragslage ein starkes Wachstum.

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