Erholung im Baugewerbe: Ausbildung von Baumaschinenführern startet
Nach einer Phase der Unsicherheit in der Baubranche sieht das Jahr 2026 eine mögliche Wende. Der sogenannte „Bau-Turbo“ zusammen mit dem Investitionsprogramm der Bundesregierung sollen mehr Aufträge für das Baugewerbe generieren und die Nachfrage nach Fachkräften steigt. Die Region Coburg reagiert proaktiv auf diesen Trend: Die Arbeitsagentur hat eine Fortbildung für Baumaschinenführer ins Leben gerufen, die bereits großes Interesse weckt.
Details zur Ausbildung
Die Ausbildung dauert insgesamt sechs Wochen und schließt mit der Führerschein-Prüfung für diverse Baufahrzeuge ab. Nach einem zweiwöchigen theoretischen Teil findet die Praxisausbildung bei einem Baumaschinenverleih in Neustadt bei Coburg statt. Ausbildungsleiter Ulrich Geldner erklärt: „Wir haben Teilnehmer mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen – manche haben schon Baumaschinen gelenkt, für andere ist das wie der erste Tag beim Auto-Führerschein.“ Der Kurs umfasst auch die Bedienung von Gabelstaplern, Kettensägen und Hubsteigern.
Vielseitige Einsatzmöglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt
Die vielfältige Ausbildung erweitert die Jobchancen der Teilnehmer erheblich. Ulrich Geldner betont: „Die Leute sollen möglichst pauschal ausgebildet werden, so dass sie dann breite Einsatzmöglichkeiten haben und jeder hinterher gute Chancen hat, einen Job zu finden.“ Dies macht die Ausbildung nicht nur für Bauarbeiter interessant, sondern auch für andere Berufsgruppen wie Fensterputzer oder Forstarbeiter.
Unterstützung für Kurzarbeiter
Viele der Kursteilnehmer befinden sich derzeit in Kurzarbeit, da Baustellen zwischen Dezember und März oft still stehen. In Bayern betrifft dies jährlich rund 50.000 Beschäftigte der Baubranche. Besonders betroffen sind weniger qualifizierte Arbeiter, die durch die Ausbildung hoffen, in Zukunft ohne Unterbrechung arbeiten zu können und nicht auf Saison-Kurzarbeitergeld angewiesen zu sein.
Positive Prognosen für die Beschäftigung in der Baubranche
Der Bedarf an Fachkräften in der Baubranche könnte weiter steigen. Das IFO-Beschäftigungsbarometer vom Februar 2026 und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) prognostizieren eine Zunahme der Beschäftigung. Der IAB-Bericht fügt hinzu: „Das Baugewerbe (…) profitiert vom Sondervermögen, das steigende Ausgaben für die Infrastruktur ermöglicht. Hinzu kommt, dass weiterhin eine hohe Nachfrage nach Wohnraum besteht. Daher rechnen wir hier nach einem Minus von 10.000 Beschäftigten im Jahr 2025 für 2026 mit einer Erholung und im Jahresverlauf leicht steigender Beschäftigung.“
Erfolgsversprechende Initiative
Die Ausbildung wurde auf Wunsch der Arbeitgeber ins Leben gerufen und erfuhr schnelle Resonanz, betont Andrea Böhme, Arbeitsvermittlerin bei der Arbeitsagentur Coburg. Die Agentur trägt die Kosten der Maßnahme, die für alle Beteiligten Vorteile bieten soll: Arbeitgeber erhalten im Frühjahr gut geschulte Fachkräfte, Arbeitnehmer könnten in kommenden Wintern durchgehend arbeiten, und Arbeitsagenturen sparen die Auszahlungen von Saison-Kurzarbeitergeld ein.


