Projekt TiTra-Wärmespeicher: Transformation des Heizkraftwerks Tiefstack in Hamburg

27.03.2026

Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg und Senatorin der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, und Michael Prinz, Geschäftsführer Hamburger Energiewerke GmbH, legten am 04.03.2026 symbolisch das Fundament für Hamburgs Energiezukunft. Bild (c) Hamburger Energiewerke
Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg und Senatorin der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, und Michael Prinz, Geschäftsführer Hamburger Energiewerke GmbH, legten am 04.03.2026 symbolisch das Fundament für Hamburgs Energiezukunft. Bild (c) Hamburger Energiewerke

Die Hamburger Energiewerke GmbH hat die PORR mit einem bedeutenden Bauvorhaben zur klimaneutralen Wärmeversorgung in Hamburg beauftragt. Im Rahmen der „Tiefstack Transformation“ (TiTra) entsteht auf dem Gelände des Heizkraftwerks Tiefstack im Stadtteil Billbrook ein großvolumiger Wärmespeicher. Dieser wird Teil des geplanten Umbaus von Kohle- auf klimafreundliche Energiequellen, der bis spätestens 2030 abgeschlossen sein soll. Die Umsetzung des Projekts erfolgt durch die Dach-ARGE „TiTra Wärmespeicher Tiefstack“, in der die Kompetenzen von PORR Spezialtiefbau und PORR Hochbau Hamburg gebündelt werden. Das Spektrum der Bauleistungen umfasst von der Gründung über den Hochbau bis zur Fertigstellung des Speichers.

Funktion und Zweck des Wärmespeichers

Der neu entstehende Wärmespeicher wird zukünftig als Wärmepuffer für das Fernwärmenetz dienen. Überschüssige Wärmequellen wie industrielle Abwärme, die Müllverwertung oder Flusswasser-Wärmepumpen sollen in dem Speicher aufgenommen und zeitversetzt eingespeist werden. Dadurch kann das Energiesystem flexibler agieren, die Versorgungssicherheit steigt und CO₂-Emissionen in der Hamburger Metropolregion werden reduziert.

Herausforderungen im Spezialtiefbau

Der Spezialtiefbau stellt eine zentrale Komponente des Projekts dar, da der Wärmespeicher bis zu 43 Millionen Liter Wasser fasst und somit ein hohes Gewicht auf die Bodenplatte ausübt. Zur Vorbereitung werden 60 Fundamente in 22 Metern Tiefe gesetzt. Hierfür entstehen insgesamt 59 Großbohrpfähle mit einem Durchmesser von 88 Zentimetern und einer Länge von rund 21 Metern. Aufgrund des hohen Grundwasserstands erfolgt die Ausführung mit Wasserauflast und Verrohrung, um Standsicherheit zu gewährleisten und einen hydraulischen Grundbruch zu vermeiden. Die Pfahlgründungsplanung und die Ausführungsplanung werden von der PORR Spezialtiefbau Planung GmbH verantwortet. Der anspruchsvolle Baugrund, winterliche Wetterbedingungen sowie hohe Anforderungen an Sicherheit und Terminierung prägen die Arbeiten.

Beginn der Bauarbeiten und Meilensteine

Die Bauarbeiten begannen offiziell am 4. März 2026 mit der symbolischen Grundsteinlegung durch Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin von Hamburg, und Michael Prinz, Geschäftsführer der Hamburger Energiewerke GmbH. Dies markiert den Auftakt des Projekts, das als zentraler Bestandteil des zukünftigen Energieparks Tiefstack gilt. Die Fertigstellung der Fundamentplatten ist für den Sommer 2026 geplant. Parallel dazu wird bis Februar 2027 ein neues Technikgebäude durch den PORR Hochbau errichtet. Der bauliche Abschluss des Wärmespeichers ist für Ende 2027 vorgesehen, mit der Inbetriebnahme zu Beginn des Jahres 2029.

Technische Spezifikation des Wärmespeichers

Der Wärmespeicher ist drucklos und wassergefüllt, mit einer Höhe von 51 Metern und einem Außendurchmesser von 35 Metern. Das Fassungsvermögen beträgt etwa 43 Millionen Liter Wasser, die auf bis zu 98 °C aufgeheizt werden können. Rechnerisch kann er die Wärmeversorgung von mehr als 27.000 Wohneinheiten an einem kalten Wintertag sicherstellen.

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