Die Stadtwerke Husum GmbH hat einen bedeutenden Schritt in Richtung einer nachhaltigen Wärmeversorgung durch Tiefengeothermie gemacht. Am 24. März übergab Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein, einen Förderbescheid über 152.000 Euro an Benn Olaf Kretschmann, den Geschäftsführer der Stadtwerke Husum. Diese Fördermittel stammen aus dem kommunalen Wärmefonds des Ministeriums für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN) Schleswig-Holstein und sind die ersten, die aus diesem Fonds, der 2025 ins Leben gerufen wurde, ausgezahlt werden. Die Gelder werden in eine Machbarkeitsstudie investiert, die einen wesentlichen Schritt zur Entwicklung der Tiefengeothermie in Husum darstellt.
Finanzierung der Machbarkeitsstudie
Die Fördermittel ermöglichen es den Stadtwerken, einen spezialisierten Dienstleister mit der Durchführung einer Machbarkeitsstudie für eine Tiefengeothermiebohrung zu beauftragen. Diese Studie ist entscheidend, da sie die Erfolgsbedingungen eines Geothermie-Projekts untersucht, bevor Probebohrungen beginnen. Matthias Forthmann, Leiter des Tiefengeothermie-Projekts bei den Stadtwerken Husum, erklärt, dass die Erfolgsbewertung auf einer Vielzahl von geologischen und seismischen Daten – sowohl bestehenden als auch neu erhobenen – basiert. Sollten die Planungen erfolgreich verlaufen, rechnet Forthmann mit den Ergebnissen der Studie im vierten Quartal 2026.
Der Weg zur Probebohrung
Obwohl die Machbarkeitsstudie ein entscheidender Schritt ist, dauert es noch einige Zeit, bis Probebohrungen durchgeführt werden können. Vor dieser Phase müssen unter anderem Betriebspläne erstellt und behördlich geprüft sowie genehmigt werden. Ein Beteiligungsverfahren ist ebenfalls erforderlich. Trotz der Komplexität des Projekts könnte es sich für die Wärmeversorgung in Husum lohnen, da eine Tiefengeothermiebohrung bis zu 24 Gigawatt Wärme generieren könnte, was ausreichend ist, um bis zu 2.000 Haushalte zu versorgen, wie Thomas Leven, Leiter Energiewirtschaft und neue Geschäftsfelder bei den Stadtwerken Husum, erklärt.
Stand der Tiefengeothermie in Husum
Bereits im Februar 2024 erhielten die Stadtwerke Husum vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Niedersachsen eine zweijährige Aufsuchungserlaubnis, die ein Untersuchungsgebiet von Hattstedt im Nordwesten bis Mildstedt im Südosten umfasst. Diese Erlaubnis wurde bis Februar 2028 verlängert. Seit März 2024 liegen den Stadtwerken die Ergebnisse einer Vorstudie vor, die das tiefengeothermische Potenzial in der Region belegen und verdeutlichen, dass weiterführende Untersuchungen lohnenswert sind. Die Stadtwerke Husum sind daher gut positioniert, um das Potenzial der Tiefengeothermie in der Region weiter zu erschließen.



