Ersatzneubau der Hunte-Brücke durch Eiffage Infra Nordwest und PORR Spezialtiefbau

03.06.2026

v. l. n. r.: Markus Wenke, PORR Spezialtiefbau GmbH; Dirk Wohlmann, Eiffage Infra-Nordwest GmbH; Kai Büchner, Eiffage Infra-Nordwest GmbH; Jürgen Saklmann, Eiffage Infra-Nordwest GmbH; Sebastian Grote, PORR Spezialtiefbau GmbH. Bild (c) PORR
v. l. n. r.: Markus Wenke, PORR Spezialtiefbau GmbH; Dirk Wohlmann, Eiffage Infra-Nordwest GmbH; Kai Büchner, Eiffage Infra-Nordwest GmbH; Jürgen Saklmann, Eiffage Infra-Nordwest GmbH; Sebastian Grote, PORR Spezialtiefbau GmbH. Bild (c) PORR

Am 1. Juni 2026 begann offiziell der Ersatzneubau der Eisenbahnüberführung über die Hunte in Elsfleth. Diese Maßnahme ist eines der zentralen Infrastrukturprojekte in der Region und wird von der Arbeitsgemeinschaft EÜ Elsfleth – Los 3, bestehend aus Eiffage Infra Nordwest und PORR Spezialtiefbau, im Auftrag der DB InfraGO ausgeführt. Die neue Hub-Drehbrücke wird eine leistungsfähige Verbindung zur Wiederherstellung des uneingeschränkten Bahn- und Schiffsverkehrs bieten. Der Baubeginn wurde gemeinsam mit DB InfraGO, den beteiligten Bauunternehmen sowie politischen Vertretern, darunter Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Ministerpräsident Olaf Lies, gefeiert.

Bedeutung der Eisenbahnstrecke und Herausforderungen

Die Eisenbahnstrecke Hude–Nordenham ist von wesentlicher Bedeutung für den Personen- und Güterverkehr sowie für die Anbindung der Binnenhäfen. Seit Februar 2024 ist die alte Eisenbahnbrücke Elsfleth ausgefallen, was zu erheblichen Herausforderungen in der Region führte. Eine Behelfsbrücke ermöglichte zwar den Fortgang des Bahnverkehrs, schränkte jedoch die Schifffahrt ein. Der Neubau der Brücke soll eine nachhaltige Lösung bieten, um beide Verkehrswege langfristig abzusichern.

Konstruktive Herausforderungen und Bauverfahren

Das Projekt erfordert ein breites technisches Spektrum: Spezialtiefbauarbeiten, Trogbauwerke, Baugrundverbesserungen, Kabeltiefbauarbeiten und Lärmschutzanlagen sind Bestandteil des Vorhabens. Damit schafft die ARGE die Grundlage für die Anbindung der neuen Brücke an das bestehende Streckennetz. Der Neubau wird parallel zur Behelfsbrücke erfolgen, um den Zugverkehr während der Bauzeit aufrechtzuerhalten. Markus Wenke, Regionalleiter von PORR Spezialtiefbau, beschreibt das Projekt als einen Balanceakt zwischen komplexer Ingenieurleistung und den konkreten Herausforderungen vor Ort.

Innovative Bauverfahren zur Effizienzsteigerung

Im Bauprozess werden innovative Spezialtiefbauverfahren angewandt, darunter Frankipfähle und das VRSS-Verfahren. Die Frankipfähle ersetzen die ursprünglich geplanten Bohrpfähle als ressourcenschonendere Option. Diese Maßnahmen reduzieren Aushub- und Entsorgungsmengen und fördern sowohl Effizienz als auch Nachhaltigkeit. Wenke betont: „Wir können durch diese Lösung Bauzeit sparen, Eingriffe reduzieren und gleichzeitig den CO₂-Fußabdruck deutlich senken.“

Partnerschaften und bauliche Herausforderungen

Die Projektumsetzung wird durch die örtlichen Begebenheiten beeinflusst. Eine auf der Nordseite gelegene Hochspannungsleitung und enge Zufahrten auf der Südseite stellen logistische Herausforderungen dar. Gleichzeitig muss die Bauausführung in der Nähe des laufenden Bahnbetriebs stattfinden. Die enge Zusammenarbeit mit dem ARGE-Partner Eiffage und die Expertise von PORR Spezialtiefbau Österreich im VRSS-Verfahren sind entscheidend für den Projekterfolg. Die Planung wurde im Vorfeld durch die PORR Spezialtiefbau Planung unterstützt.

Link zur Quelle

Auch interessant:

Peter Hingott ist neuer CEO von HOCHTIEF Infrastructure

Peter Hingott ist neuer CEO von HOCHTIEF Infrastructure

Peter Hingott ist zum neuen Chief Executive Officer (CEO) von HOCHTIEF Infrastructure ernannt worden. Er übernimmt die Position von José Ignacio Legorburo, der nun die Rolle des Executive Vice President (EVP) Operations for Europe bei HOCHTIEF bekleidet. Erfahrener...

Einführung des EWR150 Electric von Volvo Construction Equipment

Einführung des EWR150 Electric von Volvo Construction Equipment

Volvo Construction Equipment (Volvo CE) hat den EWR150 Electric, seinen ersten vollelektrischen Mobilbagger, speziell für den europäischen Markt entwickelt. Dieser Schritt markiert die Erweiterung von Volvos Elektro-Portfolio um ein emissionsfreies Modell im...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...