Am 1. Juni 2026 begann offiziell der Ersatzneubau der Eisenbahnüberführung über die Hunte in Elsfleth. Diese Maßnahme ist eines der zentralen Infrastrukturprojekte in der Region und wird von der Arbeitsgemeinschaft EÜ Elsfleth – Los 3, bestehend aus Eiffage Infra Nordwest und PORR Spezialtiefbau, im Auftrag der DB InfraGO ausgeführt. Die neue Hub-Drehbrücke wird eine leistungsfähige Verbindung zur Wiederherstellung des uneingeschränkten Bahn- und Schiffsverkehrs bieten. Der Baubeginn wurde gemeinsam mit DB InfraGO, den beteiligten Bauunternehmen sowie politischen Vertretern, darunter Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Ministerpräsident Olaf Lies, gefeiert.
Bedeutung der Eisenbahnstrecke und Herausforderungen
Die Eisenbahnstrecke Hude–Nordenham ist von wesentlicher Bedeutung für den Personen- und Güterverkehr sowie für die Anbindung der Binnenhäfen. Seit Februar 2024 ist die alte Eisenbahnbrücke Elsfleth ausgefallen, was zu erheblichen Herausforderungen in der Region führte. Eine Behelfsbrücke ermöglichte zwar den Fortgang des Bahnverkehrs, schränkte jedoch die Schifffahrt ein. Der Neubau der Brücke soll eine nachhaltige Lösung bieten, um beide Verkehrswege langfristig abzusichern.
Konstruktive Herausforderungen und Bauverfahren
Das Projekt erfordert ein breites technisches Spektrum: Spezialtiefbauarbeiten, Trogbauwerke, Baugrundverbesserungen, Kabeltiefbauarbeiten und Lärmschutzanlagen sind Bestandteil des Vorhabens. Damit schafft die ARGE die Grundlage für die Anbindung der neuen Brücke an das bestehende Streckennetz. Der Neubau wird parallel zur Behelfsbrücke erfolgen, um den Zugverkehr während der Bauzeit aufrechtzuerhalten. Markus Wenke, Regionalleiter von PORR Spezialtiefbau, beschreibt das Projekt als einen Balanceakt zwischen komplexer Ingenieurleistung und den konkreten Herausforderungen vor Ort.
Innovative Bauverfahren zur Effizienzsteigerung
Im Bauprozess werden innovative Spezialtiefbauverfahren angewandt, darunter Frankipfähle und das VRSS-Verfahren. Die Frankipfähle ersetzen die ursprünglich geplanten Bohrpfähle als ressourcenschonendere Option. Diese Maßnahmen reduzieren Aushub- und Entsorgungsmengen und fördern sowohl Effizienz als auch Nachhaltigkeit. Wenke betont: „Wir können durch diese Lösung Bauzeit sparen, Eingriffe reduzieren und gleichzeitig den CO₂-Fußabdruck deutlich senken.“
Partnerschaften und bauliche Herausforderungen
Die Projektumsetzung wird durch die örtlichen Begebenheiten beeinflusst. Eine auf der Nordseite gelegene Hochspannungsleitung und enge Zufahrten auf der Südseite stellen logistische Herausforderungen dar. Gleichzeitig muss die Bauausführung in der Nähe des laufenden Bahnbetriebs stattfinden. Die enge Zusammenarbeit mit dem ARGE-Partner Eiffage und die Expertise von PORR Spezialtiefbau Österreich im VRSS-Verfahren sind entscheidend für den Projekterfolg. Die Planung wurde im Vorfeld durch die PORR Spezialtiefbau Planung unterstützt.




