Kollisionswarnsystem mit aktivem Bremseingriff am Beispiel des Cat 966 XE

10.06.2026

Die Personenerkennung erfasst Personen im hinteren Arbeitsbereich und markiert diese direkt im Fahrerdisplay. Bild (c) Zeppelin Baumaschinen GmbH
Die Personenerkennung erfasst Personen im hinteren Arbeitsbereich und markiert diese direkt im Fahrerdisplay. Bild (c) Zeppelin Baumaschinen GmbH

Caterpillar hat für den Cat Radlader 966 XE ein neues Kollisionswarnsystem entwickelt, das sowohl die Sicherheit als auch die Effizienz beim Rückwärtsfahren verbessern soll. Dieses System basiert auf einem Zusammenspiel aus Radar, Kamera, Fahrerassistenz und einem aktiven Bremseingriff, um gefährliche Situationen zu erkennen und zu vermeiden.

Technische Komponenten und Funktion

Das Kernstück des Systems ist die Radar-Objekterkennung (Cat Object Detection), die kontinuierlich den Bereich hinter der Maschine überwacht. Zusätzlich warnen Stroboskoplichter das Umfeld beim Rückwärtsfahren. Eine intelligente Kamera zur Personenerkennung (Cat Rear People Detection) identifiziert Personen im hinteren Arbeitsbereich und markiert diese im Fahrerdisplay. Der Fahrer wird durch drei farblich gekennzeichnete Warnzonen – Gelb, Orange und Rot – über den Abstand zu Objekten oder Personen informiert. Diese Zonen passen sich dynamisch an die Fahrgeschwindigkeit und die Entfernung an.

Automatischer Bremseingriff

Das Cat Collision Mitigation System (CMS) greift bei erkannter Kollisionsgefahr automatisch ein und bremst die Maschine. Dies geschieht mithilfe des vorhandenen elektrohydraulischen Betriebsbremssystems, ohne separate Zusatzbremsen. Der automatische Bremseingriff ist auf Geschwindigkeiten bis 15 km/h ausgelegt, bleibt jedoch auch bei höheren Geschwindigkeiten aktiv. Die CMS-Erkennungszonen sind dynamisch und reagieren auf Bremsweg und Fahrtrichtung.

Demo-Modus und Einsatzflexibilität

Das System wird zunächst für 250 Betriebsstunden im Demo-Modus freigeschaltet. Danach kann der Kunde entscheiden, ob das System dauerhaft und kostenpflichtig aktiviert werden soll. Diese Testphase soll den Betreibern helfen, das System im realen Betrieb zu bewerten, da der Bremseingriff je nach Einsatzsituation die Arbeitsabläufe beeinflussen könnte. Trotz der Sicherheitsvorkehrungen bleibt die Verantwortung für den sicheren Betrieb immer beim Fahrer.

Anfahrstoppsystem und Sicherheitsprotokoll

Das Anfahrstoppsystem Cat Motion Inhibit greift ein, wenn sich der Radlader im Stillstand befindet und im kritischen Warnbereich Personen oder Hindernisse erkannt werden. Der Fahrer wird durch eine Hinweismeldung und einen Alarmton informiert, bevor das Einlegen des Rückwärtsgangs blockiert wird. Erst wenn der Bereich freigegeben ist, kann der Radlader zurücksetzen. Alle sicherheitsrelevanten Ereignisse werden digital dokumentiert und an das VisionLink-System gesendet.

Fernsteuerungsoptionen

Für erhöhte Sicherheit bietet Caterpillar die Möglichkeit, den Radlader mittels der Cat Command-Technologie fernzubedienen. Dies kann entweder über eine Steuerkonsole innerhalb von 400 Metern oder über die Cat Command Station auch kilometerweit entfernt erfolgen. Diese Optionen erlauben es, den Fahrer gänzlich aus dem Gefahrenbereich zu bringen und das Gerät sicher fernzusteuern.

Das neue Kollisionswarnsystem von Caterpillar setzt auf eine Kombination aus moderner Technik und intelligenten Assistenzsystemen, um die Sicherheit beim Einsatz von Radladern wie dem Cat 966 XE zu erhöhen und gleichzeitig die Flexibilität im Betrieb zu wahren.

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