BAUINDUSTRIE: Nachhaltige Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur gefordert

11.06.2026

Die BAUINDUSTRIE hat einen Vorschlag für eine stabile und überjährige Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur des Bundes präsentiert. In einer aktuellen Stellungnahme fordert sie einen verlässlichen und gesamtheitlichen Finanzierungsansatz für die Bereiche Straße, Schiene und Wasserstraße. Diese Bereiche müssten dauerhaft leistungsfähig gehalten und über Legislaturperioden hinweg planbar finanziert werden. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, betont die Bedeutung der Verkehrsinfrastruktur als „Standortfaktor, Lebensader und Wettbewerbsgrundlage“.

Erheblicher Investitionsbedarf von über 600 Milliarden Euro

Zwischen 2025 und 2030 wird der Investitionsbedarf auf über 600 Milliarden Euro geschätzt. Aufgrund steigender Baupreise nimmt jedoch die reale Investitionskraft ab, weshalb allein politische Rekordsummen keine Lösung darstellen. Müller hebt hervor, dass das Sondervermögen eine Modernisierungsanstrengung unterstützen könne, jedoch keine dauerhafte Lösung biete. Eine überjährige Finanzierung sei notwendig, um nach Ablauf des Sondervermögens keinen Investitionseinbruch zu riskieren.

Integrierter Gesamtfinanzierungsansatz

Der Vorschlag der BAUINDUSTRIE basiert auf einem integrierten Gesamtfinanzierungsansatz mit verkehrsträgerbezogenen Finanzierungskreisläufen. Einnahmen aus einem Verkehrsträger sollen in dessen Infrastruktur reinvestiert und durch Haushaltsmittel ergänzt werden. Eine politische Umverteilungsdiskussion zwischen den Verkehrsträgern sei nicht zielführend. Wichtiger seien verlässliche Finanzierungsinstrumente für jeden Verkehrsträger.

Maßnahmen für Straße, Schiene und Wasserstraße

Für den Straßenbereich fordert die BAUINDUSTRIE eine begrenzte Kreditfähigkeit der Autobahn GmbH des Bundes und die Entwicklung von der Haushalts- zur Nutzerfinanzierung. Auch eine Diskussion über die Einführung einer Pkw-Maut sollte möglich sein, sofern Pkw-Fahrer gleichzeitig entlastet werden. Im Schienenbereich wird ein Schienenfonds nach österreichischem Vorbild vorgeschlagen, der Bestandserhalt, Hochleistungskorridore und Digitalisierungsprogramme umfassen soll. Für die Wasserstraße wird ein eigener mehrjähriger Finanzierungsrahmen als notwendig erachtet.

Effizienzsteigerung in der Mittelverwendung

Neben der Forderung nach mehr finanziellen Mitteln betont die BAUINDUSTRIE die Notwendigkeit, die Effizienz der Mittelverwendung zu steigern. Tim-Oliver Müller spricht von partnerschaftlichen Verträgen, Lean-Management, funktionalen Ausschreibungen und einer stärkeren Digitalisierung der Projektabwicklung. Ziel müsse es sein, Nachträge sowie Kosten- und Zeitüberschreitungen zu vermeiden.

Aufruf zur Nutzung des Sondervermögens als Ausgangspunkt

Abschließend appelliert die BAUINDUSTRIE an die Bundesregierung, das bestehende Sondervermögen als Einstieg in eine neue Finanzierungslogik zur Sicherung der Verkehrsinfrastruktur zu nutzen. Ziel sei eine dauerhafte, überjährige und preisrobuste Verkehrswegefinanzierung, die Planbarkeit und Effizienz fördert und gleichzeitig den Wirtschaftsstandort Deutschland stärkt.

Link zur Quelle

Auch interessant:

Spesa: Sanierung der Stützmauern an der Alten Synagoge Hohenlimburg

Spesa: Sanierung der Stützmauern an der Alten Synagoge Hohenlimburg

Die Alte Synagoge in Hohenlimburg, erbaut im Jahr 1870, ist aufgrund ihrer historischen Bedeutung und ihrer Lage auf einer schmalen Hangterrasse ein bedeutendes Bauwerk im südöstlichen Ruhrgebiet. Derzeit wird sie von der Wirtschaftsbetriebe Hagen AöR instand gesetzt,...

Einführung der Basetrac Plate von Huesker für mobile Baustraßen

Einführung der Basetrac Plate von Huesker für mobile Baustraßen

Die Basetrac Plate ist eine neu entwickelte Lastverteilungsplatte, konzipiert für Anwendungen in mobilen Baustraßen, temporären Zuwegungen sowie größeren Projekten wie dem Bau von Windparks. Diese Innovation vereint einen hochzugfesten, faserverstärkten Verbundaufbau...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...