Die Alte Synagoge in Hohenlimburg, erbaut im Jahr 1870, ist aufgrund ihrer historischen Bedeutung und ihrer Lage auf einer schmalen Hangterrasse ein bedeutendes Bauwerk im südöstlichen Ruhrgebiet. Derzeit wird sie von der Wirtschaftsbetriebe Hagen AöR instand gesetzt, um die Standsicherheit ihrer beiden Stützmauern wiederherzustellen. Diese sichern die Steillage der Synagoge und haben im Laufe der Jahre deutliche Schäden durch Witterungseinflüsse und Wurzeldruck erlitten.
Zustand und notwendige Maßnahmen
Eine Bauwerksprüfung zeigte, dass eine der Stützmauern schief steht und damit die Standsicherheit gefährdet. Ein Teil dieser Mauer ist bereits eingestürzt, sodass zur temporären Stabilisierung Big Bags eingesetzt wurden. Dies sind jedoch lediglich provisorische Maßnahmen. Die SPESA Spezialbau und Sanierung GmbH wurde damit beauftragt, die betroffenen Wände abzutragen, Böschungen zu sichern und das Mauerwerk denkmalgerecht wieder aufzubauen. Ein Materialgutachten bestätigte, dass die Substanz der Stützmauern so stark beschädigt ist, dass nur ein vollständiger Rück- und Neubau sinnvoll erscheint.
Besondere Herausforderungen des Projekts
Die Arbeiten an der Synagoge stehen unter mehreren Herausforderungen. Die Stützmauern sind keine tragenden Strukturen, sondern verkleiden lediglich den Fels, der die Hauptlast trägt. Daher ist ihr Abriss ohne zusätzliche Traglast möglich. Aufgrund der begrenzten Fläche ist die schonende Sicherung, Zwischenlagerung und Aufbereitung der Natursteine eine logistische Hürde, da der Arbeitsraum durch die Big Bags eingeschränkt ist. Bei der Durchführung der Bauarbeiten wird auf eine aufwendige Kartierung der Steine verzichtet, um die Effizienz zu steigern.
Fortschritt der Bauarbeiten und Techniken
Das Rückbauprojekt setzt sich aus mehreren Phasen zusammen, wobei der Rückbau der Stützmauern zuerst erfolgt. Zur Sicherung des Hangs wird Spritzbeton auf einer Fläche von 150 Quadratmetern eingesetzt. Rund 75 Tonnen Spritzbeton werden hierbei appliziert und mittels 110 Ankern verfestigt. Danach wird der Wiederaufbau der Stützwände mit dem historischen Material eingeleitet. Fehlende Steine werden mit ortsüblichem Naturstein ergänzt, um die historische Ästhetik beizubehalten. Zwischen der Spritzbetonschale und dem Natursteinmauerwerk wird Einkornbeton verfüllt, was den Frischbetondruck kontrolliert.
Ziel und Ausblick der Maßnahme
Die Sanierung der Stützmauern soll bis Juli 2026 abgeschlossen sein. Durch die Maßnahmen soll nicht nur die Standsicherheit rekonstruiert werden, sondern auch die optische Erscheinung der Umgebung aufgewertet werden. Die SPESA GmbH betont die Bedeutung der Maßnahme im Kontext des Denkmalschutzes und der langfristigen Erhaltung des kulturhistorischen Ortes. Die technischen und logistischen Herausforderungen der Baustelle, kombiniert mit den Anforderungen des Denkmalschutzes, machen das Projekt zu einem Präzisionsunternehmen mit hoher Relevanz für die Region.




