Steigender Trend bei Baugenehmigungen im April 2026

18.06.2026

Im April 2026 verzeichnete das Statistische Bundesamt einen signifikanten Anstieg bei den Baugenehmigungen für Wohn- und Nichtwohngebäude. Mit insgesamt 20.200 Genehmigungen im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Zuwachs von 9,2 Prozent. Zwischen Januar und April wurden 83.700 Wohnungen genehmigt, was einem Anstieg von 13,2 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr entspricht.

Entwicklung im Geschosswohnungsbau

Ein besonderer Zuwachs ist bei Mehrfamilienhäusern zu beobachten. Hier wurden 44.300 neue Wohnungen genehmigt, ein Anstieg von 14,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch zeigt die Zahl der Fertigstellungen in 2025 mit nur etwa 110.000 Einheiten einen Rückgang von fast 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was auf Herausforderungen bei der Umsetzung der genehmigten Projekte hinweist.

Plädoyer für bessere Rahmenbedingungen

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, hebt die Notwendigkeit hervor, die Baugenehmigungen in tatsächliche Bauprojekte umzusetzen. Er bemerkt: „Aus Baugenehmigungen müssen jetzt Projekte werden. Aber genau hieran hat es in den letzten Monaten gehapert.“ Müller fordert klare und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen, um den Bauprozess zu beschleunigen und bis zur Fertigstellung zu bringen.

Finanzieller Einsatz und Förderkulisse

Müller betont, dass vom Monitoring des Bundes zum Sondervermögen im vergangenen Jahr von 327 Millionen Euro für den Wohnungsbau lediglich rund 37 Millionen Euro abgeflossen sind. Diese ungenutzten Mittel sollten im Bundeshaushalt 2027 effektiv eingesetzt werden, um den Wohnungsbau zu fördern. Er weist darauf hin, dass die Förderkulisse vereinfacht und die bestehenden Programme in die Säulen „Sanierung“ und „Neubau“ gegliedert werden sollten.

Anforderung an Investorenkonferenz

Die bevorstehende Investorenkonferenz der Bundesbauministerin soll laut Müller ein klares Maßnahmenpaket präsentieren, das Investitionen fördert und den Wohnungsbau wiederbelebt. Er bekräftigt die Notwendigkeit einer langfristigen Planbarkeit und verbesserter steuerlicher Abschreibungsinstrumente, um den bezahlbaren Wohnungsneubau attraktiv und umsetzbar zu machen.

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