BAUINDUSTRIE zur Einführung des Infrastruktur-Zukunftsgesetzes

29.06.2026

Der Bundestag hat das Infrastruktur-Zukunftsgesetz verabschiedet, das darauf abzielt, die Planung und Umsetzung zentraler Infrastrukturprojekte zu beschleunigen. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, sieht in diesem Gesetz ein positives Signal für mehr Effizienz in der Realisierung von Infrastrukturvorhaben. Müller hebt hervor, dass das verstärkte öffentliche Interesse an Infrastrukturprojekten, die Straffung und Verkürzung von Verfahrensschritten sowie eine gesteigerte Digitalisierung im gesamten Prozess wesentliche Bestandteile des Gesetzes sind. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder habe diese Elemente als Grundlage für eine realistische und zukunftsweisende Infrastrukturpolitik gelegt.

Einführung von Ersatzgeldzahlungen

Ein zentrales Element des neuen Gesetzes ist die Möglichkeit zur Zahlung von Ersatzgeldern als Alternative zu herkömmlichen Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen. Müller betont, dass insbesondere diese Ausgleichsmaßnahmen häufig zu Konflikten und Verzögerungen führen. Die Einführung von Ersatzgeldzahlungen könne helfen, diese Probleme zu vermeiden, indem sie es den öffentlichen Maßnahmenträgern ermöglicht, finanzielle Kompensationen zu leisten. Diese Gelder können dann von spezialisierten Institutionen, wie den Flächenagenturen der Länder oder einer Bundesstiftung, für die Entwicklung ökologisch hochwertiger Lösungen genutzt werden.

Kritische Diskussion um das Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur

Trotz der positiven Aspekte des Infrastruktur-Zukunftsgesetzes äußert Müller Bedenken hinsichtlich des Gesetzes zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur, das derzeit diskutiert wird. Insbesondere kritisiert er, dass Ersatzgeldzahlungen im Vergleich zu realen Ausgleichsmaßnahmen möglicherweise mit Preisaufschlägen belastet werden könnten. Dies würde weder ökonomisch noch ökologisch Sinn ergeben und könnte das Vertrauen in praxisnahe Lösungen untergraben. Laut Müller könnte ein solches Vorgehen die Entlastung von Maßnahmenträgern wie der Autobahn GmbH und der Deutschen Bahn verhindern und die dringend notwendige Modernisierung der Infrastruktur verzögern.

Forderung nach zukunftsorientierten Verhandlungen

Müller unterstreicht die Bedeutung der bevorstehenden Verhandlungen im parlamentarischen Raum, um einen ausgewogenen und zukunftsorientierten Ausgleich zwischen Natur- und Infrastrukturanforderungen zu erzielen. Er appelliert an die politischen Entscheidungsträger, die im Infrastruktur-Zukunftsgesetz gesteckten Ziele nicht durch nachteilige Regulierung zu gefährden. Der Fokus sollte auf der nachhaltigen Modernisierung der Infrastruktur sowie der effizienten Bereitstellung finanzieller Mittel für die Entwicklung ökologisch wertvoller Naturflächen liegen. Trotz der positiven Weichenstellungen warnt Müller davor, die Beschleunigung der Infrastrukturmaßnahmen mit Bedingungen zu verknüpfen, die sie letztlich verzögern könnten.

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