Ab DN 400: Beton nachhaltiger als Kunststoff

27.11.2024

Fraunhofer UMSICHT hat im Auftrag des Bundesfachverbands Betonkanalsysteme (FBS) eine umfassende Ökobilanzierung der Umweltwirkungen von Abwasserrohrleitungen aus (Stahl-)Beton erstellt. Diese Untersuchung dient gleichzeitig als Umweltproduktdeklaration (EPD) und ist öffentlich zugänglich über die ÖKOBAUDAT-Datenbank. Zusätzlich wurden in dieser Studie die Umweltwirkungen von Abwasserrohren aus (Stahl-)Beton mit denen aus vier Kunststoffarten (GFK, PVC, PE, PP) verglichen.

Betrachtung von Rohstoffgewinung bis zur Entsorgung

Die Ökobilanzierung beinhaltete den Vergleich des Carbon Footprints von Abwasserrohren durch Berücksichtigung der Rohstoffgewinnung, Herstellung, Errichtung, Nutzung und Entsorgung über eine angenommene Lebensdauer von 100 Jahren. Daten zu Beton- und Stahlbetonrohren wurden von Fraunhofer UMSICHT unabhängig erhoben. Für Kunststoffrohre wurden kommerzielle und öffentlich zugängliche Daten genutzt. Der Vergleich zeigt, dass bei kleinen Durchmessern von 300 mm kaum Unterschiede in der Umweltwirkung bestehen. Ab einem Innendurchmesser von 400 mm sind Betonrohre gegenüber Kunststoffalternativen im Vorteil.

Beton hat insbesondere bei der Entsorgung klare Vorteile

Neben Vorteilen im Carbon Footprint zeigt die Untersuchung, dass Beton- und Stahlbetonrohre bei der Entsorgung klare Vorteile gegenüber Kunststoffrohren haben. Kunststoffrohre könnten lediglich thermisch verwertet werden, während Betonrohre für die Herstellung neuer Betonprodukte oder im Straßenbau erneut genutzt werden können. Ein weiterer Aspekt ist die Karbonatisierung von Beton nach seiner Wiederverwendung, wobei CO2 gebunden wird. Dieser Effekt wurde allerdings in der Ökobilanz nicht berücksichtigt, da die Datenbasis hierzu unsicher ist.

Die Umweltproduktdeklaration wurde extern durch das ift Rosenheim geprüft.

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