Baugewerbe kritisiert: Zahlungsmoral der öffentlichen Hand schlecht

12.06.2024

Eine Umfrage des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe zeigt, dass das Zahlungsverhalten der öffentlichen Hand im Vergleich zu privaten und gewerblichen Auftraggebern schlechter bewertet wird. Über ein Viertel der befragten Baufirmen betrachtet die Zahlungsmoral als schlecht oder sehr schlecht, während nur etwa 5 Prozent der Befragten diese Bewertung bei privaten Auftraggebern abgeben.

Ein wesentlicher Grund für die verzögerten Zahlungen seitens der öffentlichen Auftraggeber ist laut der Umfrage der Personalmangel. Viele Bauunternehmen berichten, dass die Zahlungsfristen der öffentlichen Hand um bis zu einem Monat überschritten werden. Für 20 Prozent der Bauunternehmen beträgt die Wartezeit auf ihre Zahlungen sogar bis zu sechs Monate länger als vereinbart.

Kritik des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Forderungen nach verbesserten Regelungen

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, äußerte sich besorgt über dieses Zahlungsverhalten. Er erklärte: „Manche Behörden lassen sich besonders lange Zeit, und unsere Betriebe haben dann meist das Nachsehen.“ Pakleppa betonte, dass die Vorleistungspflicht in Verbindung mit der schlechten Zahlungsmoral eine erhebliche Liquiditätsbelastung für die Bauunternehmen darstellt.

Im Kontext der Überarbeitung der EU-Zahlungsverzugsrichtlinie fordert Pakleppa, dass der Schutz des Mittelstands und des Handwerks bei unverhältnismäßig langen Zahlungsfristen im Vordergrund stehen müsse. Er hebt hervor, dass besonders bei der öffentlichen Hand noch erheblicher Nachholbedarf besteht. „Um die Liquidität der Bauunternehmen nicht noch weiter zu belasten, muss gerade sie sich an die gesetzlichen Zahlungsfristen halten“ erklärte Pakleppa abschließend.

Link zur Quelle

Auch interessant:

Vorstellung der neuen Generation des Cat Kettenbaggers 350

Vorstellung der neuen Generation des Cat Kettenbaggers 350

Caterpillar hat 2023 die neue Generation von Kettenbaggern in der 50-Tonnen-Klasse eingeführt, die den Cat 349E ablöst. Dieser wird insbesondere für mittelschwere Erdbewegungen und Gewinnungseinsätze eingesetzt. Ein Produktmanager von Zeppelin, Tobias Polzmacher,...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...