Bauindistrie: „Zaghafte Bodenbildung nach langer Talfahrt“

22.04.2025

Im Februar 2025 zeigte sich ein leichter Rückgang bei den Baugenehmigungen in Deutschland. Insgesamt wurden 17.900 Wohnungen für Neubauten und Umbauten von Wohn- und Nichtwohngebäuden genehmigt. Dies entspricht einem Rückgang von 2,3 % im Vergleich zum Februar des Vorjahres, wie die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts zeigen. Trotz dieses Rückgangs gibt es Anzeichen für eine erste Bodenbildung, bedingt durch den Anstieg der letzten drei Monate um 3,5 %.

Situation im Eigenheimbau, Entwicklung im Geschossbau

Die Anzahl der Baugenehmigungen im Eigenheimbau hat sich seit 2022 kontinuierlich verschlechtert. Seit dem Sommer 2023 liegt die Zahl konstant unter 5.000 monatlichen Genehmigungen. Dies ist der niedrigste Stand der letzten 30 Jahre. Zwar stiegen die Genehmigungen für Einfamilienhäuser im Januar und Februar 2025 um 12,4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, diese Zunahme hat jedoch keine signifikante Bedeutung angesichts des allgemeinen Rückgangs.

Der Geschossbau zeigt Anzeichen einer Stabilisierung. Zwei Drittel des Neubaus entfallen auf diesen Bereich. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2025 wurden 18.500 neue Wohnungen in Mehrfamilienhäusern genehmigt, was einem leichten Rückgang von 1,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Dies könnte als Zeichen einer Bodenbildung im Geschossbau angesehen werden.

Maßnahmen für Kostensenkung im Wohnungsbau

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, betont die Notwendigkeit, Kostensenkungen im Wohnungsbau voranzutreiben. Er lobt den aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung, welcher die Zusammenführung der Förderprogramme in Aussicht stellt. Die genaue Höhe der Fördermittel bleibt abzuwarten. Positiv sei die Förderfähigkeit von EH55, die zur Reduzierung des Bauüberhangs führen könnte.

Müller fordert zudem den Abbau von Bürokratie im Wohnungsbau. Dazu zählen unter anderem die Vereinheitlichung der Vorschriften in den Landesbauordnungen sowie die rechtliche Absicherung vereinfachter Baustandards. Initiativen wie die Hamburger Strategie zum kostenreduzierten Bauen zeigen in diese Richtung. Ziel ist es, kostengünstiger und effizienter zu bauen, ohne Abstriche bei Sicherheit und Qualität.

Dringlichkeit von neuem Wohnraum

Der bestehende Wohnungsmangel, besonders ausgeprägt in Großstädten, hemmt laut Müller das wirtschaftliche Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. „Nur wenn den Menschen wieder bezahlbarer Wohnraum dort zur Verfügung steht, wo er benötigt wird, können wir die Lebensqualität steigern“, so Müller. Eine Verbesserung der Wohnsituation wird als essenziell für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung betrachtet.

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