BAUINDUSTRIE: Keine Fortsetzung des Aufwärtstrends aus vergangenem Jahr

25.03.2026

Das Statistische Bundesamt hat für den Januar 2026 einen signifikanten Rückgang der realen Auftragseingänge im deutschen Bauhauptgewerbe gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnete das Bauhauptgewerbe ein Orderminus von 4,3 Prozent, im Vergleich zum Dezember 2025 sogar einen Rückgang um 5,1 Prozent. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, kommentierte die aktuellen Zahlen mit den Worten: „Die Belebung der Nachfrage des vergangenen Jahres hat sich zu Jahresbeginn leider nicht fortgesetzt.“

Einbruch im Straßen- und Wohnungsbau

Besonders der Straßenbau erlebte im Januar einen deutlichen Rückgang: Die Auftragseingänge sanken um real 18,7 Prozent im Vergleich zum Januar des Vorjahres. Auch im Wohnungsbau setzten sich die negativen Trends fort, mit einem realen Rückgang der Aufträge um 15,5 Prozent. Trotz eines Anstiegs bei den Baugenehmigungen setzte sich die positive Entwicklung der letzten Monate nicht fort.

Wirtschaftsbau ebenfalls betroffen

Der Wirtschaftsbau konnte im Januar nicht von einem Anstieg der Nachfrage im Bahn- und Leitungstiefbau profitieren. Die Auftragseingänge gingen in diesem Segment um real 2 Prozent zurück. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass alle wesentlichen Bereiche des Bauhauptgewerbes von den rückläufigen Aufträgen betroffen sind.

Umsatzrückgang durch schlechte Witterung

Neben den rückläufigen Aufträgen wirkte sich auch die ungünstige Witterung zu Jahresbeginn negativ auf die Bauproduktion aus. Der Umsatz im Bauhauptgewerbe fiel um real 7,5 Prozent. „Hiervon sind nahezu alle Bausparten betroffen“, so Müller. Dennoch bleibt Müller zuversichtlich, dass die Bauunternehmen die Aufträge aus dem Vorjahr ohne größere Verzögerungen abwickeln können.

Auswirkungen der Energie- und Rohstoffpreise

Ein weiteres Problemfeld sind die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise. Durch den Irankrieg gingen die Öl- und Gaspreise in die Höhe, was sich direkt auf Kosten und damit auf den Bausektor auswirkt. 41 Prozent des Energieverbrauchs im Baugewerbe entfallen auf Dieselkraftstoffe, 36 Prozent auf andere Mineralölprodukte und 6 Prozent auf Gas. Zudem sind über 20 Prozent des Bruttoproduktionswerts auf energieintensiv produzierte Materialien zurückzuführen.

Forderung an die Politik

Müller mahnt, dass die Politik den geplanten Projekten nachkommen müsse, um keine negativen wirtschaftlichen Effekte zu riskieren. Die Erfahrungen aus den Jahren 2021 bis 2024 sollten als Warnung dienen, als steigende Energie- und Baumaterialpreise sowie Zinskosten zu erhöhten Baukosten führten und die Nachfrage einbrach. „Hier ist die Politik in der Verantwortung, ihre geplanten Projekte auch durchzuführen und sich an den Risiken volatiler Baumaterialpreise bei langlaufenden Bauvorhaben zu beteiligen“, betont Müller. Alle Daten und Berechnungen beruhen auf den Angaben des Statistischen Bundesamtes.

Link zur Quelle

Auch interessant:

Kaimauer-Sanierung in der Hamburger Speicherstadt mit Spezialbeton

Kaimauer-Sanierung in der Hamburger Speicherstadt mit Spezialbeton

In der Hamburger Speicherstadt, einem UNESCO-Welterbe seit 2015, wird derzeit die historische Kaimauer am Kehrwieder saniert. Diese Maßnahme ist notwendig geworden, da die über 100 Jahre alten Bauwerke deutliche Abnutzungserscheinungen und Schäden aufweisen. Ziel ist...

Bauer-Hausausstellung 2026: Treffpunkt der Spezialtiefbau-Branche

Bauer-Hausausstellung 2026: Treffpunkt der Spezialtiefbau-Branche

Vom 16. bis 18. April 2026 richtet die BAUER Maschinen GmbH ihre traditionelle Hausausstellung aus. Erwartet werden etwa 1.200 Fachbesucher aus verschiedenen Ländern. Das Motto der Veranstaltung lautet „Born in Drilling, Growing for the Future“. Veranstaltungsort ist...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...