Das Statistische Bundesamt meldete für den Februar 2026 einen Anstieg der Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bei Wohn- und Nichtwohngebäuden (Neubau und Umbau) gab es ein Plus von 24,1 Prozent, was 22.200 neuen Wohnungen entspricht. Auch im Segment der Mehrfamilienhäuser setzte sich der Aufwärtstrend fort, mit 11.400 genehmigten Wohnungen, was einem Zuwachs von 18,0 Prozent gegenüber Februar 2025 entspricht. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 wurden insgesamt 41.700 Wohnungen für Neubauten und bestehende Gebäude genehmigt, was zu einem Anstieg von 16,2 Prozent führt.
Einfluss des Irankriegs auf den Wohnungsbau
Trotz des positiven Trends äußert der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, vorsichtigen Optimismus. „Zum Jahresstart waren wir für den Wohnungsbau optimistisch gestimmt“, so Müller. Er verweist jedoch auf die negativen Auswirkungen des Irankriegs. Dieser Konflikt hat nicht nur eine Preissteigerung bei Benzin, Diesel und Bitumen zur Folge, sondern verteuert auch die Produktion energieintensiver Baustoffe. Dies ist signifikant, da im Wohnungsbau 22 Prozent des Bruttoproduktionswertes auf Materialverbrauch entfallen. Weiterhin wirken sich die aktuellen Marktunsicherheiten auf die Bauzinsen aus, die sich an den zehnjährigen Bundesanleihen orientieren.
Forderung nach politischen Maßnahmen
Müller weist darauf hin, dass die gestiegenen Baugenehmigungen nicht zwangsläufig zu mehr Bautätigkeit führen. Viele Bauherren nehmen zwar die Genehmigung in Anspruch, jedoch stehen hohe Kosten, Auflagen und Bürokratie einem tatsächlichen Baubeginn entgegen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sieht Müller die Bundesregierung in der Pflicht, Maßnahmen zu ergreifen. Ein vorgeschlagener Bau-Turbo II sollte vor allem die Finanzierungsmöglichkeiten am Bau verbessern. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören eine Sonderabschreibung für EH55-Gebäude und eigenkapitalunterstützende Darlehen. Diese könnten einen Schub in der aktuellen Legislaturperiode ermöglichen.
Perspektiven für den Wohnungsbau
Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes signalisieren positive Bewegungen im Bereich der Baugenehmigungen. Dennoch bleibt der Übergang von der Genehmigung zur tatsächlichen Bautätigkeit herausfordernd. Preissteigerungen und wirtschaftliche Unsicherheiten verdeutlichen die Notwendigkeit politischer Unterstützung, um diese Hürden zu überwinden. Ein Bau-Turbo II könnte hierbei eine zentrale Rolle spielen, indem er die Finanzierung verbessert und wirtschaftliche Hindernisse abbaut. Diese Schritte sind essenziell, um den Aufwärtstrend im Wohnungsbau zu festigen und zu fördern.



