Bauverband Mecklenburg-Vorpommern setzt sich gegen Schwarzarbeit ein

27.03.2025

Die Schwarzarbeit in Deutschland ist ein anhaltendes Problem, das zahlreiche Branchen betrifft, einschließlich des Bauwesens. Im Jahr 2024 arbeiteten nach Erhebungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft mindestens 3,3 Millionen Menschen ohne legale Arbeitsverträge. Diese illegale Praxis führt zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden. Unternehmen verlieren rund fünf Prozent ihres Umsatzes durch Schwarzarbeit, was einem Gesamtverlust von etwa 300 Milliarden Euro pro Jahr entspricht. Auch die Sozialkassen sind hiervon betroffen.

Initiativen gegen Schwarzarbeit im Baugewerbe

Der Bauverband Mecklenburg-Vorpommern hat angesichts dieser Situation und vermehrter Anfragen aus der Mitgliedschaft reagiert. Er lud Vertreter aus den relevanten Behörden, darunter Landratsämter, die kreisfreien Städte und das Hauptzollamt Stralsund, zu einer Diskussion ein. Ebenfalls beteiligt waren die Sozialkassen der Bauwirtschaft, bekannt als SOKA Bau. Ziel des Treffens war es, effektive Strategien zur Bekämpfung der Schwarzarbeit zu entwickeln, insbesondere im Bereich des Glasfaserausbaus.

Herausforderungen im Glasfaserausbau

Der Glasfaserausbau in Deutschland bietet ein besonderes Umfeld für Schwarzarbeit. Dr. Jörn-Christoph Jansen, Hauptgeschäftsführer des Bauverbandes, betont, dass dieser Bereich von Temporärarbeit geprägt ist. Aufgrund der durch die Bundesstrategie bis 2030 geförderten Expansion bestehen viele Aufträge, die innerhalb kurzer Zeit abgeschlossen werden. Die beteiligten Arbeitskolonnen sind entsprechend mobil, und die Tätigkeit erfordert keine hohen Qualifikationen. Dies ermöglicht es vielen neuen, oft kurzfristig bestehenden Unternehmen, in den Markt einzutreten, was zu einem unübersichtlichen Netz von Nachunternehmerketten führt, die schwer zu kontrollieren sind.

Strategien zur Eindämmung der Schwarzarbeit

Um der Schwarzarbeit entgegenzuwirken, wurden mehrere Maßnahmen diskutiert. Eine Möglichkeit ist es, bei der Vergabe von Aufträgen die Nachunternehmerketten auf eine Ebene zu begrenzen oder alle Nachunternehmer mit vollständigen Mitarbeiterlisten offenzulegen. Auch kann eine Auskunft von SOKA Bau über Zahlungen und Mitarbeiterstrukturen eingeholt werden. Eine weitere Maßnahme könnte die Bürgenhaftung des Hauptauftragnehmers sein. Dr. Jansen betont jedoch, dass auch das Vergaberecht reformiert werden muss. Derzeit ist der Preis oft das entscheidende Kriterium bei der Auftragsvergabe, was irregulären Wettbewerb fördert. Änderungen in diesem Bereich könnten zu einem faireren Wettbewerb und letztlich zu besseren Löhnen führen.

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