Bauwirtschaft Baden-Württemberg zur Fach­kräf­te­zu­wan­de­rung in der Bau­wirt­schaft

20.03.2025

Die Bauwirtschaft in Deutschland sieht sich angesichts des demografischen Wandels vor großen Herausforderungen. Laut einer Pressemitteilung der Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg ist die Sicherung von Fachkräften eine zentrale Zukunftsaufgabe. Markus Böll, Präsident der Landesvereinigung, betont: „In den kommenden Jahren werden wir noch stärker auf Beschäftigte aus dem europäischen Ausland angewiesen sein.“

Bedeutung der Zuwanderung für die Branche

Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass die Bauwirtschaft überdurchschnittlich von der Zuwanderung profitiert. Der Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre basierte größtenteils auf Arbeitskräften aus der Europäischen Union und den Westbalkan-Staaten. Der Anteil ausländischer Beschäftigter im Baugewerbe hat sich von 11,5 Prozent im Jahr 2015 auf 22,5 Prozent im vergangenen Jahr nahezu verdoppelt. Zum Vergleich: In allen Wirtschaftszweigen liegt dieser Anteil bei 16,0 Prozent.

Wichtige Herkunftsländer der zugewanderten Bauarbeiter sind die seit 2004 der EU beigetretenen europäischen Staaten sowie die Westbalkan-Staaten. Deutschland hat in der Bauwirtschaft derzeit knapp zwei Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, davon mehr als 440.000 aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland.

Herausforderungen durch demografischen Wandel

Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist aufgrund der enormen Bauaufgaben in den kommenden Jahren hoch. Dazu gehören der Wohnungsbau, die Infrastruktur und die Sanierung des Gebäudebestandes. Der jährliche Verlust an Beschäftigten, die aus dem Arbeitsleben ausscheiden, kann nicht allein durch inländische Nachwuchskräfte kompensiert werden. Bundesweit wird fast ein Viertel der Baufacharbeiter in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand gehen.

Markus Böll erklärt: „Die Gewinnung zusätzlicher Fach- und Arbeitskräfte insbesondere aus EU-Ländern und europäischen Drittstaaten ist für unsere Branche unverzichtbar. Dazu müssen noch bestehende Hürden für Arbeitnehmer aus den Nicht-EU-Ländern abgebaut werden.“ Die Attraktivität Deutschlands für Leistungsträger müsse gestärkt werden, um als Beschäftigungsmagnet in Europa zu agieren. Nur so könne ein drohender Personalengpass in der Bauwirtschaft abgewendet werden.

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