Der Bundesverband für grabenlose Technologien e. V. (BGT) und der Kunststoffrohrverband e. V. (KRV) boten auf der IFAT eine umfassende Betrachtung grabenloser Technologien mit Kunststoffrohren. Diese Veranstaltungen beleuchteten die Effizienz und Nachhaltigkeit solcher Techniken, die einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung und zum Erhalt der Versorgungsinfrastruktur leisten können.
Erneuerung von Bahnquerungen unter laufendem Betrieb
Ein zentraler Vortrag von Kai Herzogenrath (DB InfraGo AG) und Ingo Zimmer (The Malamute GmbH) stellte eine grabenlose Erneuerung einer Bahnquerung vor. Die Fachleute betonten die Bedeutung von fundiertem Know-how und sorgfältiger Planung. Eine vertrauensvolle und fachgerechte Durchführung der Arbeiten kann bürokratische Prozesse verschlanken und beschleunigen, was letztlich den Bahnnutzern zugutekommt. Die gesammelten Erfahrungen sind für künftige Projekte wertvoll.
Optimierung durch GFK-Profile und Berstlining
Burkhard Malcus von der Stadtentwässerung Mülheim a. d. R. präsentierte die Verwendung von GFK-Profilen im Stauraumbau für mehr Resilienz gegen Starkregen. Der Einsatz dieser Materialien verspricht bauliche, betriebliche und wirtschaftliche Vorteile gegenüber Stahlbeton. Jörg Sommer (Simona AG) erläuterte das TOP-Verfahren, eine innovative Technik im Berstlining, die unter anderem im innerstädtischen Bereich bereits erfolgreich angewendet wurde. Dadurch werden Bauzeit und Kosten minimiert.
Podiumsdiskussion zur Bedeutung von Kunststoffrohren
Eine Podiumsdiskussion beleuchtete die Erfahrungen und Sichtweisen auf die grabenlose Sanierung mit Kunststoffrohren. Vertreter unterschiedlicher Unternehmen und Institutionen wie Mike Böge (Institut für Rohrleitungsbau an der FH Oldenburg e. V.) betonten die Notwendigkeit dieser Materialien. ihre umweltfreundlichen Eigenschaften und nahezu sortenreine Zusammensetzungen tragen zur Minimierung von Umweltbelastungen bei.
Mikroplastik durch Abrieb und Sanierungsbedarf
Das Thema Mikroplastik im Kontext von Rohrabrieb und Hochdruckspülung wurde von Andreas Haacker (Siebert + Knipschild GmbH) erörtert. Moderne Kunststoffrohre erzeugen kaum Mikroplastik, und mögliche Partikel werden in Kläranlagen gefiltert. Gleichwohl zeigte Sebastian Beck (Wirtschaftsbetriebe Duisburg AöR) auf, dass der Sanierungsbedarf der Abwasserinfrastruktur aufgrund des Alters steigt.
Pragmatismus als Schlüssel zum Erfolg
Abschließend riefen die Teilnehmer zu einer „Machermentalität“ auf, um Herausforderungen im Infrastrukturerhalt zu meistern. Andreas Haacker wies darauf hin, dass Digitalisierung und Bürokratieabbau wesentliche Schritte darstellen, um den Sanierungsrückstand zu reduzieren.
Die Vorträge verdeutlichten, dass ressourcenschonende, langlebige und effiziente Sanierungsmethoden realisierbar sind, wenn die Verantwortlichen bereit sind, pragmatisch vorzugehen. Interessenten können ergänzende Informationen und Handouts auf der Website des BGT herunterladen.



