Bodengruppe UL

29.01.2023

Die Bodengruppe UL gehört zur Hauptgruppe der feinkörnigen Böden. Der Begriff stammt aus der DIN 18196, „Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke“.

Es handelt sich hierbei um leichtplastische Schluffe mit einer Fließgrenze von w(L) ≤ 35 %. Die Plastizitätszahl I(P) ist ≤ 4 % oder der Boden liegt unterhalb der A-Linie im Plastizitätsdiagramm. Der Boden ist bindig.

Der Anteil an Körnern mit einer Korngröße von ≤ 0,063 mm (Grenze zwischen Schluff und Sand) muss wenigstens 40 Gew.-% betragen. Die Unterscheidung zum leichtplastischen Ton (Bodengruppe TL) erfolgt nicht über die Korngröße, sondern über die Plastizität. Entsprechend erfolgt hier keine weitere Differenzierung.

Erkennungsmerkmale

Typische Erkennungsmerkmale an der Handprobe sind eine niedrige Trockenfestigkeit, eine schnelle Reaktion beim Schüttelversuch und keine oder eine nur leichte Plastizität beim Knetversuch.

Gerade im Grenzbereich ist eine Verwechslung mit der Bodengruppe UM möglich.

Beispiele

Typische geogene Vertreter der Bodengruppe UL sind Löss oder Hochflutlehme.

Bautechnische Eigenschaften der Bodengruppe UL

Die DIN 18196 weist der Bodengruppe UL bautechnische Eigenschaften qualitativer Art zu. Es ist jedoch zu beachten, dass es sich hierbei nicht um normative Festlegungen handelt. Die Angaben sind als „grobe Leitlinie“ zu verstehen. Die Böden sind entsprechend stets im Einzelfall im Hinblick auf die jeweilige Fragestellung hin zu untersuchen und zu bewerten.

Folgende bautechnische Eigenschaften werden zugewiesen:

  • mäßige Scherfestigkeit
  • mäßige Verdichtungsfähigkeit (ggf. mit Schaffußwalze)
  • mittlere bis gute Zusammendrückbarkeit
  • geringe bis mittlere Durchlässigkeit
  • sehr große Erosionsempfindlichkeit
  • sehr große Frostempfindlichkeit

Bautechnische Eignung der Bodengruppe UL

Aus den vorgenannten bautechnischen Eigenschaften lässt sich die Eignung des Bodens für verschiedene Bauaufgaben abschätzen.

Auch hier gilt, dass es sich nur um grobe Anhaltspunkte handelt, die keinen normativen Charakter haben. Die Beurteilung für den konkreten Einzelfall ist vom geotechnischen Sachverständigen vorzunehmen.

Als Baugrund ist die Bodengruppe grundsätzlich geeignet. Die Gründung ist entsprechend hierauf auszulegen, bei üblichem Hochbau und einer wenigstens steifen Konsistenz ist eine Flachgründung in der Regel ausreichend.

Die Eignung als Baustoff kann für verschiedene Einsatzzwecke wie folgt abgeschätzt werden:

  • ungeeignet für Erd- und Baustraßen
  • mäßig brauchbar für Straßen- und Bahndämme
  • brauchbar für Dichtungen
  • ungeeignet für Stützkörper
  • ungeeignet für Dränagen

Auch interessant:

Eröffnung der neuen Produktionshalle von HUESKER in Dülmen

Eröffnung der neuen Produktionshalle von HUESKER in Dülmen

Die HUESKER Gruppe hat am 15. Juni 2026 ihre neue Produktionshalle am Standort „Im Brömken“ in Dülmen offiziell eingeweiht. Diese Ergänzung erweitert die Produktions- und Logistikflächen des Unternehmens um 5.000 Quadratmeter, was die Gesamtfläche des Standorts von...

Spesa: Sanierung der Stützmauern an der Alten Synagoge Hohenlimburg

Spesa: Sanierung der Stützmauern an der Alten Synagoge Hohenlimburg

Die Alte Synagoge in Hohenlimburg, erbaut im Jahr 1870, ist aufgrund ihrer historischen Bedeutung und ihrer Lage auf einer schmalen Hangterrasse ein bedeutendes Bauwerk im südöstlichen Ruhrgebiet. Derzeit wird sie von der Wirtschaftsbetriebe Hagen AöR instand gesetzt,...

Einführung der Basetrac Plate von Huesker für mobile Baustraßen

Einführung der Basetrac Plate von Huesker für mobile Baustraßen

Die Basetrac Plate ist eine neu entwickelte Lastverteilungsplatte, konzipiert für Anwendungen in mobilen Baustraßen, temporären Zuwegungen sowie größeren Projekten wie dem Bau von Windparks. Diese Innovation vereint einen hochzugfesten, faserverstärkten Verbundaufbau...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...