BVMB begrüßt Infrastruktur-Zukunftsgesetz

06.03.2026

Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz hat seine erste parlamentarische Hürde genommen und die erste Lesung im Deutschen Bundestag erfolgreich passiert. Dieses Gesetzesvorhaben zielt auf eine Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren für Straßen-, Schienen- und Wasserstraßenprojekte ab. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder bezeichnet den Entwurf als einen „Gamechanger“ und erhofft sich dadurch schnellere Fortschritte in der Infrastrukturentwicklung.

Unterstützung durch BVMB

Die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. (BVMB) hat sich klar unterstützend für diesen Ansatz geäußert. BVMB-Hauptgeschäftsführer Michael Gilka nennt das Vorhaben einen „wichtigen Schritt in die richtige Richtung“. Er hebt hervor, dass intakte Verkehrswege essenziell für den Wirtschaftsstandort Deutschland sind und weist auf die derzeitige Überlastung und Sanierungsbedürftigkeit vielerorts hin. Eine Beschleunigung der Genehmigungen und einheitliche Rechtsmittel sind nach Gilka unverzichtbar, um die Planungszeiten zu verkürzen und Umsetzungssicherheit zu gewährleisten.

Kein Verzicht auf Naturschutz

Im Zuge der Reformen soll es keineswegs zu einem Abbau von Naturschutzstandards kommen. Vielmehr setzt sich Gilka für ein gleichbleibend hohes, harmonisiertes Schutzniveau ein, das Planungssicherheit bietet, ohne durch variierende Einzelfallregelungen Projekte zu behindern. Ein abgestimmtes Vorgehen mit Reformen wie dem Umweltrechtsbehelfsgesetz und dem geplanten Naturflächenbedarfsgesetz ist für den Erfolg entscheidend.

Leistungsfähigere Verwaltung erforderlich

Trotz der vorgesehenen Maßnahmen zur Verfahrensbeschleunigung bleibt die Erreichung eines allgemein geforderten „Deutschlandtempos“ aus Sicht der BVMB unzureichend. Gilka betont die Bedeutung leistungsfähiger Verwaltungsstrukturen und ausreichender personeller Ressourcen als unbedingte Voraussetzung für eine erfolgreiche Infrastrukturpolitik. Die beschleunigten Verfahren entfalten nur dann ihre Wirkung, wenn sie von kompetenten, gut organisierten Verwaltungskräften umgesetzt werden. Hier sieht die BVMB einen dringenden Handlungsbedarf bei der öffentlichen Verwaltung, um die strukturellen und finanziellen Voraussetzungen für wirksame Investitionen zu schaffen.

Zusammenspiel der Reformen

Die BVMB hebt hervor, dass das Infrastruktur-Zukunftsgesetz nur im Zusammenspiel mit weiteren Reformen wie der Anpassung des Umweltrechtsbehelfsgesetzes und dem Naturflächenbedarfsgesetz den bestehenden Genehmigungsstau auflösen kann. Einzelne Maßnahmen zur Beschleunigung reichen nicht aus, um die Planungsunsicherheiten zu beseitigen und Investitionen effektiv umzusetzen.

Forderung nach entschlossenem Handeln

Der Abschluss von Bauprojekten darf nicht an Kapazitätsengpässen scheitern, betont Gilka. Bund und Länder sind in der Pflicht, die für eine funktionierende Investitionsoffensive notwendigen strukturellen und finanziellen Voraussetzungen zu schaffen. Nur mit entschlossenem Handeln von Politik und Verwaltung können die dringend notwendigen Infrastrukturprojekte realisiert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern und zu stärken.

Link zur Quelle

Auch interessant:

Große Flottenstärkung bei Galabauer Gzimi mit Cat-Baumaschinen

Große Flottenstärkung bei Galabauer Gzimi mit Cat-Baumaschinen

Galabauer Gzimi, ein Unternehmen aus Olching, hat im Zuge seiner kontinuierlichen Modernisierungsstrategie in 26 Baumaschinen des Herstellers Cat investiert. Dies stellt einen entscheidenden Schritt dar, um die Wettbewerbsfähigkeit und Leistungsfähigkeit in der Region...

Kaimauer-Sanierung in der Hamburger Speicherstadt mit Spezialbeton

Kaimauer-Sanierung in der Hamburger Speicherstadt mit Spezialbeton

In der Hamburger Speicherstadt, einem UNESCO-Welterbe seit 2015, wird derzeit die historische Kaimauer am Kehrwieder saniert. Diese Maßnahme ist notwendig geworden, da die über 100 Jahre alten Bauwerke deutliche Abnutzungserscheinungen und Schäden aufweisen. Ziel ist...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...