BVMB: „Vom Reden ins Machen kommen!“

21.01.2025

Die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. (BVMB) präsentiert sich zum Jahresbeginn 2025 optimistisch, obwohl die Rahmenbedingungen im Baugewerbe angespannt sind. Der Wohnungsbau stagniert, der öffentliche Bau ist träge, und wichtige Infrastrukturgeräte verzögern sich. BVMB-Präsident Martin Steinbrecher äußert dennoch Zuversicht: „Die Baumittelständler haben mit ihrer gesunden Struktur und Beständigkeit schon so manchem konjunkturellen Orkan in der Bauwirtschaft getrotzt. Ich bin mir sicher, sie werden auch dieses Konjunkturtal hinbekommen.“

Forderungen an die Politik

Steinbrecher fordert von der Politik konkrete Maßnahmen zur Belebung der Bauaktivitäten. Notwendig seien Förderprogramme für den Wohnungsbau, eine Stärkung der Kommunalfinanzen sowie eine langfristige Projekt- und Finanzierungsplanung. Er betont: „Vor allem: Wir brauchen endlich wieder eine Verlässlichkeit der Politik.“

Schwerpunkte im Wohnungsbau

BVMB-Hauptgeschäftsführer Michael Gilka kritisiert die aktuellen Bemühungen im Wohnungsbau als unzureichend. Er fordert Sonderabschreibungsmöglichkeiten, die Wiederbelegung des Baukindergeldes und eine Förderung von modularem und seriellem Bauen. Zusätzlich vorgeschlagen werden Steuererleichterungen für Kommunen und Anpassungen in der Regulierung, wie der Mietpreisbremse.

Infrastruktur: Ausbau und Sanierung

Im Bereich Infrastruktur sieht die BVMB erhebliche Defizite. Von über 4.000 sanierungsbedürftigen Autobahnbrücken in Deutschland sollten jährlich 400 saniert werden, tatsächlich geschieht das jedoch nur in geringem Umfang. Im Schienenbereich wird zusätzlicher Ausbau gefordert. Eine verlässliche, langfristige Planung und Finanzierung durch den Bund sei unerlässlich.

Stärkung der Kommunalfinanzen

Die Finanzierung durch Kommunen ist zentral für den Bauaufschwung. Gilka betont: „Die Kommunen sind die Hauptauftraggeber für mittelständische Bauunternehmen.“ Angesichts der angespannten Finanzlage schlägt die BVMB Investitionskredite und regionale Infrastrukturfonds vor, um die Situation zu verbessern.

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