BVMB warnt vor staatlichen Eingriffen in den Wohnungsbau

10.06.2026

Auf der 148. Sonderkonferenz der Bauminister in Berlin am Donnerstag steht ein kontroverses Thema auf der Tagesordnung, das in Fachkreisen für Diskussionen sorgt. Eine Berliner Bürgerinitiative plant, Wohnungen von Wohnbaugesellschaften teilweise zu enteignen und in staatliche Hände zu überführen, um die Wohnungsnot in Deutschland zu lindern. Besonders kritisch wird dieser Vorstoß von bayerischem Bauminister Christian Bernreiter (CSU) betrachtet, der dies als Gefährdung für den Wohnungsbau einschätzt.

Unterstützung durch BVMB

Die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen e.V. (BVMB) unterstützt die ablehnende Haltung des bayerischen Ministers. Michael Gilka, Hauptgeschäftsführer der BVMB, äußert Bedenken: „Würde der Staat Wohnungsbestände von Wohnungsunternehmen zwangsweise enteignen, wäre das eine Katastrophe für den Wohnungsbau in unserem Land.“ Die Sorge um die Investitionsbereitschaft künftiger Bauherren steht im Vordergrund, sollten diese unter dem Risiko staatlicher Enteignungen bauen müssen.

Vorschlag zur Vergesellschaftung von Wohnungen

Die Bürgerinitiative plant, Wohnungsunternehmen, die mehr als 3000 Einheiten besitzen, zu vergesellschaften. Bestände über diesem Schwellenwert könnten in Gemeinschaftseigentum überführt werden. Eine Entschädigung der Eigentümer ist in Form von Schuldverschreibungen vorgesehen, die 40 bis 60 Prozent des Verkehrswerts entsprechen sollen. Dies hat insbesondere Bernreiter auf den Plan gerufen, der gegen sozialistische Ansätze wettert und eine bundesrechtliche Regelung anstrebt, um solche Maßnahmen in Zukunft zu verhindern.

Gefahr für Investitionen im Wohnungsbau

BVMB-Hauptgeschäftsführer Gilka betont, dass solche Enteignungspläne die ohnehin angespannte Lage im Wohnungsbau verschärfen würden. Er sieht die Gefahr, dass keine Bank Darlehen an Investoren gewähren würde, wenn das Risiko besteht, dass die Wohnungen zu einem Bruchteil ihres Werts an eine staatliche Gesellschaft fallen könnten. „Wenn jemand Wohnungen bauen will und dann damit rechnen muss, dass er sie für 40 bis 60 Prozent des Verkehrswerts an den Staat abgeben muss, wird er logischerweise Finger davonlassen“, argumentiert Gilka.

Verband fordert nachhaltige Förderprogramme

Staatlichen Einfluss durch Zwangsmaßnahmen lehnt der Verband entschieden ab. Stattdessen spricht sich die BVMB für langfristige und verlässliche Förderprogramme aus, um sowohl Investoren als auch private Bauherren zu unterstützen und den Zugang zur Finanzierung von Bauprojekten sicherzustellen. Gilka kritisiert die politische Stagnation in dieser Angelegenheit und weist darauf hin, dass trotz Kritik an der aktuellen Förderpolitik keine nachhaltigen Lösungsansätze umgesetzt werden. Die BVMB plädiert dafür, dass die Politik mehr Initiative zeigt, um die Herausforderungen im Wohnungsbau effektiv zu adressieren.

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