Das geplante Untertage-Forschungslabor GeoLaB zur Geothermie im Odenwald schreitet in der Entwicklung voran. Die Region Tromm bietet dabei die geologischen Voraussetzungen, wie die Ergebnisse intensiver Erkundungen durch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) belegen. Diese Institutionen sind im Rahmen des GeoLaB-Projekts maßgeblich beteiligt. Mit dieser Grundlage beginnen nun die konkreten Planungen und die Genehmigungsphase für das Felslabor, welches darauf abzielt, die Nutzung tiefer Geothermie als verlässliche Energiequelle zu fördern.
Geothermie: Potenzial für CO₂-arme Energie
Die Erdwärmenutzung wird zunehmend als entscheidende Komponente einer CO₂-armen und sicheren Wärmeversorgung angesehen. Die Untersuchung der tiefen kristallinen Gesteinsschichten, welche erhebliches energetisches Potenzial aufweisen, steht dabei im Fokus. Forschende der Helmholtz-Gemeinschaft planen, in einem Untertage-Felslabor zu erforschen, wie sich die tiefe Geothermie sicher und effizient erschließen lässt. Eine Schlüsselvoraussetzung dafür – die Eignung des Untergrundes in der Tromm-Region – wurde nun bestätigt. Dr. Bastian Rudolph vom KIT, Projektleiter des GeoLaB, hebt die Bedeutung dieses Schrittes als Meilenstein hervor.
Ergebnisse der Erkundungsphase
Die Bewertung des Untergrundes basierte auf umfangreichen Untersuchungen. Innerhalb der abgeschlossenen Erkundungsphase wurden zwei Erkundungsbohrungen durchgeführt, um Bohrkerne zu entnehmen und Messprogramme zu begleiten. Zudem leitete das GFZ zwei seismische Kampagnen mit einem Vibro-Truck. Das UFZ entwickelte einen digitalen Zwilling, der eine dreidimensionale Abbildung des Untergrundes ermöglichte. Die Studien ergaben, dass der Untergrund im Odenwald günstige Bedingungen für die Geothermieforschung bietet. Professor Thomas Kohl vom KIT erklärt, dass der Granit im oberen Bereich gleichmäßig aufgebaut ist, aber auch ausreichend Klüfte zeigt. Unterhalb dieser Schicht befindet sich eine Übergangszone mit metamorphen Gesteinen wie Gneis, was eine typische Komplexität für kristalline Reservoire in Europa darstellt.
Planung des Felslabors in der Tromm-Region
Mit dem Ende der Erkundungsphase beginnt die konkrete Planung des Felslabors, gefolgt von einem umfangreichen Genehmigungsprozess. Der genaue Ort für den Zugangsstollen wird festgelegt und die Infrastruktur an der Oberfläche und im Untergrund geplant. Dabei werden die Gegebenheiten der Umgebung berücksichtigt, um Umweltauswirkungen minimal zu halten. Weitere Erkundungsbohrungen und geophysikalische Untersuchungen sind vorgesehen. Ein umfassendes Monitoring zum Schutz von Trink- und Grundwasser bleibt weiterhin ein essentieler Bestandteil der Planungen.
GeoLaB als strategisches Projekt
GeoLaB stellt ein bedeutendes Projekt für die künftige Nutzung von Erdwärme dar und strebt keine direkte Förderung geothermischer Energie vor Ort an. Es wird als strategische Investition der Helmholtz-Gemeinschaft betrachtet, die das tiefliegende, heiße kristalline Gestein als Energieressource erschließen soll. Ziel ist es, die Nutzung der Erdwärme zu erproben und Qualifikationsmöglichkeiten für Nachwuchsforschende zu schaffen.



