GD NRW: Beginn der Forschungsbohrung in Köln-Dellbrück

29.06.2026

Der Geologische Dienst NRW (GD NRW) hat eine Forschungsbohrung am Thurner Kamp in Köln-Dellbrück gestartet. Das Projekt untersucht Kalksteinschichten in einer Tiefe von bis zu 1.000 Metern, um deren Potenzial als geothermisches Reservoir zu bewerten. Ziel ist es, die geologischen Eigenschaften der rund 380 Millionen Jahre alten Schichten zu analysieren und herauszufinden, ob sie als Wärmequelle für lokale Einrichtungen genutzt werden können.

Geothermie als Bestandteil der Wärmewende

Mona Neubaur, Wirtschaftsministerin von Nordrhein-Westfalen, betont die Bedeutung der Erdwärme für die Energieunabhängigkeit: „Erdwärme ist sauber, jederzeit verfügbar – und macht uns unabhängiger von fossilen Importen aus Krisenregionen.“ Die Forschungsbohrung wird von ihrem Ministerium im Rahmen des Masterplans Geothermie NRW unterstützt. Das Projekt zielt darauf ab, die Wärmewende in Nordrhein-Westfalen durch lokale und klimafreundliche Wärmequellen voranzutreiben.

Analysen des Massenkalkes

Projektleiter Ingo Schäfer erklärt, dass der Fokus der Bohrung auf dem Massenkalk liegt. Diese besondere Kalksteinformation könnte in der Tiefe Hohlräume und Spalten aufweisen, die die Bewegung von warmem Wasser ermöglichen. Die Fachleute des GD NRW entnehmen Bohrkerne, um die komplette Schichtenabfolge zu analysieren. Nach Abschluss der Bohrarbeiten wird ein Pumptest durchgeführt, um die Wasserführigkeit des Kalksteins zu überprüfen.

Bedeutung für die Region

Die gewonnenen Daten sind für die gesamte Region relevant. „Wir stellen die Daten der Stadt Köln genauso zur Verfügung wie der gesamten Öffentlichkeit“, sagt Schäfer. So können Kommunen und Stadtwerke das Wärmepotenzial unter ihren Füßen besser nutzen. William Wolfgramm, Kölner Dezernent für Klima, Umwelt, Grünflächen und Liegenschaften, zeigt sich interessiert an den Möglichkeiten der Geothermie: „Geothermie vereint die besten Eigenschaften der erneuerbaren Energien.“

Sicherheits- und Umweltschutzmaßnahmen

Seit März wurden umfangreiche Vorbereitungen am Bohrplatz getroffen. Eine Abdichtung des Bohrplatzes und der Bau eines undurchlässigen Bohrkellers sollen sicherstellen, dass keine Flüssigkeiten in den Untergrund dringen. Um die Lärmbelästigung zu minimieren, wurde eine Containerwand errichtet. Dr. Stephan Becker, verantwortlicher Geologe beim GD NRW, weist darauf hin, dass die Bohrarbeiten sowie anschließende Tests drei bis vier Monate dauern werden. Danach wird das Bohrloch fachgerecht verfüllt, und die Fläche wird in ihren Ursprungszustand zurückversetzt.

Masterplan Geothermie NRW

Die Forschungsbohrung ist Teil des vom MWIKE beauftragten Explorations- und Bohrprogramms „Geowärme – Wir erkunden NRW.“ Ziel des Masterplans Geothermie NRW ist es, bis 2045 rund 20 Prozent des Wärmebedarfs in NRW mithilfe von Erdwärme zu decken. Die erhobenen Daten werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und dienen als Grundlage für Entscheidungsprozesse in Kommunen und Unternehmen.

Link zur Quelle

Auch interessant:

Vorstellung des Wasserstoff-Radladers L 566 H von Liebherr

Vorstellung des Wasserstoff-Radladers L 566 H von Liebherr

Der L 566 H von Liebherr repräsentiert einen innovativen Ansatz im Bereich der Antriebstechnologien für Großradlader, indem er das Potenzial eines wasserstoffbetriebenen Motors nutzt. Dieser Prototyp, der auf der Bauma 2025 präsentiert werden soll, demonstriert die...

Einführung neuer Sicherheitsstandards bei Cat Radladern

Einführung neuer Sicherheitsstandards bei Cat Radladern

Mobile Maschinen in Recycling- und Entsorgungsbetrieben unterliegen besonderen Sicherheitsanforderungen. Enge Fahrwege, Staub und unzureichende Sicht stellen Gefährdungsfaktoren dar, die zu berücksichtigen sind. Radlader spielen eine zentrale Rolle beim Be- und...

Spezialtiefbau beim Wärmespeicher Tiefstack durch PORR abgeschlossen

Spezialtiefbau beim Wärmespeicher Tiefstack durch PORR abgeschlossen

Die Baustelle des Wärmespeichers im Energiepark Tiefstack in Hamburg hat eine bedeutende Phase erreicht. Nach der Fertigstellung der Spezialtiefbauarbeiten durch die Firma PORR wurde der Bauabschnitt planmäßig an den Hochbau übergeben. Dieses Bauprojekt, realisiert im...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...