Flachgründung

30.01.2022

Unter Flachgründung ist eine Art der Bauwerksgründung zu verstehen, bei denen die Lasten unmittelbar unter dem Bauwerk in den Baugrund eingeleitet werden. Die Lasteinleitung erfolgt über Fundamente, deren Grundflächen auf die Lasten abzustimmen sind. Je höher die einwirkenden Kräfte, desto großflächiger müssen die Fundamente ausgebildet werden.

Das Gegenteil wäre die Tiefgründung (z.B. Pfahlgründung), bei der die Lasten aufgrund von gering tragfähigem Boden in tiefere Schichten geführt werden müssen.

Arten der Flachgründung

Eine Flachgründung wird in der Regel über eine der drei folgenden Fundamentarten realisiert:

Die Art des Fundaments für die Flachgründung hängt vor allem vom Gebäude, aber auch vom Baugrund ab:

Die Stützen einer Lagerhalle beispielsweise stehen auf Einzelfundamenten. Die Lasten aus Mauerwerk werden häufig über Streifenfundamente abgetragen. Vor allem bei wenig tragfähigem oder wechselndem Baugrund bietet sich jedoch auch die Wahl einer tragenden Bodenplatte an. Hiermit lassen sich die Lasten gleichmäßig und sehr großflächig verteilen, so dass möglichst geringe Druckkräfte auf den Boden einwirken. Bei einer tragenden Bodenplatte ist auch von einer Plattengründung oder Flächengründung die Rede.

Eine erforderliche Mindesttiefe für die Flachgründung ergibt sich zum einen daraus, dass eine ausreichende Sicherheit gegen Grundbruch zu gewährleisten ist. Je tiefer die Lasten in den Boden eingeleitet werden, desto höher ist die Sicherheit gegen den Aufbruch des Bodens. Bei kleinen Gebäuden ist für die Einbindetiefe jedoch meistens die Gewährleistung der Frostsicherheit maßgeblich. Hierunter fallen in der Regel auch zum Beispiel Einfamilienhäuser oder Doppelhaushälften.

Sonderfälle

Bei der Bauwerksgründung gibt es Sonderfälle, die zwar der Flachgründung zugerechnet werden können, die jedoch auch Eigenschaften von Tiefgründungen aufweisen:

Bei einer Brunnengründung werden Betonringe in den Baugrund eingelassen und meist mit Beton aufgefüllt. So können Lasten einige Meter tiefer eingeleitet werden, ohne auf beispielsweise Bohrpfähle zurückgreifen zu müssen. Trotz ihrer pfahlartigen Erscheinung ist die Brunnengründung der Flachgründung zuzuordnen, da ausschließlich der Lastabtrag über die Grundfläche betrachtet und das Fundament als (rundes) Einzelfundament gerechnet wird.

Schraubfundamente funktionieren wie Pfähle und tragen die Lasten auch überwiegend über die seitliche Fläche und weniger über die Spitze ab. Gerade kleine Bauwerke bei gut tragfähigem Böden werden jedoch mit sehr kurzen Schraubfundamenten gegründet, so dass mit Blick auf die Gründungstiefe eher von einer Flachgründung gesprochen werden kann.

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