Der niedersächsische Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) hat im Jahr 2025 in 1.349 Einsätzen rund 232 Tonnen an Kampfmitteln aus der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges geborgen und entsorgt. Dies entspricht einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als in 1.216 Einsätzen rund 221 Tonnen unschädlich gemacht wurden. Besonders erwähnenswert ist die Sicherstellung von etwa 37 Tonnen an Kampfmitteln aus der niedersächsischen Nordsee. Der aktuelle Jahresbericht des KBD dokumentiert diese Daten.
Erhebliche Anzahl nicht transportfähiger Blindgänger
Ein nach wie vor hohes Niveau weist die Zahl der nicht transportfähigen Blindgänger auf: Bei 74 Einsätzen im Jahr 2025 musste alte Munition direkt vor Ort gesprengt werden. Diese Tatsache unterstreicht die fortbestehende Gefährdung durch in den Böden verborgene Explosivstoffe aus kriegerischen Auseinandersetzungen des letzten Jahrhunderts.
Steigende Anforderungen durch Kriegsluftbilder
Im Berichtsjahr 2025 verzeichnete der Kampfmittelbeseitigungsdienst 5.764 bearbeitete Anträge auf Kriegsluftbildauswertung, was erneut einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr darstellt. Die Zahl der eingegangenen Anträge auf die Auswertung von Kriegsluftbildern stieg von 4.976 auf 5.292, was auf ein erhöhtes Interesse an Bauvorhaben und die notwendige Überprüfung etwaiger Kampfmittelvorkommen hinweist.
Wort der Innenministerin zu verbleibenden Gefahren
Die niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, hebt die Wichtigkeit des KBD für die Sicherheit der Bevölkerung hervor: „Wie die Auswertung des aktuellen Berichts zeigt, liegen im niedersächsischen Boden noch immer große Mengen an Kampfmitteln verborgen. Aus diesem Grund bleibt der KBD für die Sicherheit der Bevölkerung unseres Bundeslandes auch weiterhin unverzichtbar.“
Zwischenfälle trotz Schutzmaßnahmen
Trotz umfangreicher Arbeitsschutzmaßnahmen kam es im Jahr 2025 zu Zwischenfällen mit Brandbomben, die auch Personenschäden bei KBD-Mitarbeitenden nach sich zogen. Die Gefährlichkeit von alter Munition bleibt aufgrund von Alterungsprozessen und Korrosion weiterhin hoch, was das Risiko von Explosionen, Bränden oder dem Austritt giftiger Gase erhöht.
Der Bericht sensibilisiert für die fortdauernde Gefährdung durch historische Kampfmittel. Die Verantwortung des KBD und das Zusammenspiel von Fachpersonal sind essenziell für den Erfolg der Kampfmittelbeseitigung in Niedersachsen.



