ZDB und BAK: „Mittelstandsfreundliche Losvergabe am Bau beibehalten“

15.04.2025

Die Bundesarchitektenkammer (BAK) und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) haben in einer aktuellen Pressemitteilung die Beibehaltung der mittelstandsfreundlichen Losvergabe bei Bauaufträgen gefordert. Dies sei entscheidend, um Verzögerungen zu vermeiden und die Wertschöpfung in Deutschland zu sichern. Die Losvergabe, ein zentrales Element des Vergaberechts, ermöglicht kleinen und mittleren Unternehmen den direkten Zugang zu öffentlichen Bauaufträgen und fördert so den Wettbewerb und wirtschaftliche Preise.

Vorteile der Fach- und Teillosvergabe

Gemäß § 97 Abs. 4 des GWB sei die Fach- und Teillosvergabe ein wesentliches Instrument zur Förderung des Mittelstands. Sie ermögliche einen fairen Wettbewerb und wirtschaftliche Preise, ohne unnötige Verzögerungen im Bauprozess zu verursachen. Besonders betont wird, dass diese Vorgehensweise praxistauglich sei und Arbeitsplätze, Steuereinnahmen sowie die lokale Wertschöpfung sichere.

Kritik an Reformvorschlägen des Vergaberechts

BAK und ZDB zeigen sich kritisch gegenüber aktuellen Bestrebungen, die Losvergabe aufzuweichen. Eine umfassende Reform des deutschen Vergaberechts würde in einem ungünstigen Moment erfolgen, da derzeit parallel eine Überarbeitung der europäischen Vergaberichtlinien vorbereitet wird. Eine nationale Reform im Vorfeld könnte zu jahrelanger Unsicherheit führen.

Aussagen der Verbände

Andrea Gebhard, Präsidentin der BAK, hebt hervor: „Wir fordern, dass es beim Planen und Bauen beim bewährten Prinzip der losweisen Vergabe bleibt.“ Sie betont die Bedeutung der mittelstandsfreundlichen Aufteilung von Aufträgen, um die Dominanz großer Unternehmen zu verhindern und die Vielfalt, Qualität und Innovationskraft in der Branche zu sichern. Wolfgang Schubert-Raab, Präsident des ZDB, ergänzt, dass öffentliche Aufträge die heimische Wertschöpfung stärken sollten. Ein breiter Wettbewerb beschleunige nicht nur die Umsetzung, sondern sorge auch für einen effizienten Einsatz von Steuermitteln.

Bedeutung für die betroffenen Berufszweige

Eine mittelstandsfreundliche Vergabe sei unverzichtbar für die fast 200.000 in Deutschland tätigen Architekten, Stadtplaner und Ingenieure sowie für zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen der Bauwirtschaft und des Handwerks. Größere Vergabepakete oder öffentlich-private Partnerschaften könnten den Mittelstand weiter ausschließen und somit das Risiko von Insolvenzen in der Bauwirtschaft erhöhen.

Link zur Quelle

Auch interessant:

Kaimauer-Sanierung in der Hamburger Speicherstadt mit Spezialbeton

Kaimauer-Sanierung in der Hamburger Speicherstadt mit Spezialbeton

In der Hamburger Speicherstadt, einem UNESCO-Welterbe seit 2015, wird derzeit die historische Kaimauer am Kehrwieder saniert. Diese Maßnahme ist notwendig geworden, da die über 100 Jahre alten Bauwerke deutliche Abnutzungserscheinungen und Schäden aufweisen. Ziel ist...

Bauer-Hausausstellung 2026: Treffpunkt der Spezialtiefbau-Branche

Bauer-Hausausstellung 2026: Treffpunkt der Spezialtiefbau-Branche

Vom 16. bis 18. April 2026 richtet die BAUER Maschinen GmbH ihre traditionelle Hausausstellung aus. Erwartet werden etwa 1.200 Fachbesucher aus verschiedenen Ländern. Das Motto der Veranstaltung lautet „Born in Drilling, Growing for the Future“. Veranstaltungsort ist...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...