Die Bundesarchitektenkammer (BAK) und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) haben in einer aktuellen Pressemitteilung die Beibehaltung der mittelstandsfreundlichen Losvergabe bei Bauaufträgen gefordert. Dies sei entscheidend, um Verzögerungen zu vermeiden und die Wertschöpfung in Deutschland zu sichern. Die Losvergabe, ein zentrales Element des Vergaberechts, ermöglicht kleinen und mittleren Unternehmen den direkten Zugang zu öffentlichen Bauaufträgen und fördert so den Wettbewerb und wirtschaftliche Preise.
Vorteile der Fach- und Teillosvergabe
Gemäß § 97 Abs. 4 des GWB sei die Fach- und Teillosvergabe ein wesentliches Instrument zur Förderung des Mittelstands. Sie ermögliche einen fairen Wettbewerb und wirtschaftliche Preise, ohne unnötige Verzögerungen im Bauprozess zu verursachen. Besonders betont wird, dass diese Vorgehensweise praxistauglich sei und Arbeitsplätze, Steuereinnahmen sowie die lokale Wertschöpfung sichere.
Kritik an Reformvorschlägen des Vergaberechts
BAK und ZDB zeigen sich kritisch gegenüber aktuellen Bestrebungen, die Losvergabe aufzuweichen. Eine umfassende Reform des deutschen Vergaberechts würde in einem ungünstigen Moment erfolgen, da derzeit parallel eine Überarbeitung der europäischen Vergaberichtlinien vorbereitet wird. Eine nationale Reform im Vorfeld könnte zu jahrelanger Unsicherheit führen.
Aussagen der Verbände
Andrea Gebhard, Präsidentin der BAK, hebt hervor: „Wir fordern, dass es beim Planen und Bauen beim bewährten Prinzip der losweisen Vergabe bleibt.“ Sie betont die Bedeutung der mittelstandsfreundlichen Aufteilung von Aufträgen, um die Dominanz großer Unternehmen zu verhindern und die Vielfalt, Qualität und Innovationskraft in der Branche zu sichern. Wolfgang Schubert-Raab, Präsident des ZDB, ergänzt, dass öffentliche Aufträge die heimische Wertschöpfung stärken sollten. Ein breiter Wettbewerb beschleunige nicht nur die Umsetzung, sondern sorge auch für einen effizienten Einsatz von Steuermitteln.
Bedeutung für die betroffenen Berufszweige
Eine mittelstandsfreundliche Vergabe sei unverzichtbar für die fast 200.000 in Deutschland tätigen Architekten, Stadtplaner und Ingenieure sowie für zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen der Bauwirtschaft und des Handwerks. Größere Vergabepakete oder öffentlich-private Partnerschaften könnten den Mittelstand weiter ausschließen und somit das Risiko von Insolvenzen in der Bauwirtschaft erhöhen.



