Überwiegend negative Konjunkturentwicklung im Bauhauptgewerbe

26.11.2024

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts zur Konjunkturentwicklung im Bauhauptgewerbe für September 2024 zeigen eine anhaltend negative Tendenz. Im Wohnungsbau verzeichnete man seit 29 Monaten einen kontinuierlichen Rückgang bei den Baugenehmigungen. Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe hebt hervor, dass im Vergleich zu 2021/2022 bereits etwa 120.000 Genehmigungen fehlen. Zusätzlich blieben die Auftragseingänge im Wohnungsbau auf niedrigem Niveau, mit einem Rückgang der Aufträge um nominal 4,3 Prozent und real 5 Prozent im Zeitraum von Januar bis September 2024. Das entspricht einem finanziellen Rückgang von rund 620 Millionen Euro.

Bedeutung der Neubauförderprogramme wird betont

Pakleppa betont die Bedeutung der geplanten Fortführung der Neubauförderprogramme durch die Bundesregierung im Haushaltsjahr 2025, da sonst weitere Verunsicherung entstünde. Im Tiefbau beobachtet man trotz Großprojekten im Bereich Energie- und Mobilitätswende einen Nachfragerückgang. Besonders im kommunalen Bereich schrumpfen Investitionsmöglichkeiten, obwohl dieser für rund zwei Drittel aller Aufträge im Tiefbau verantwortlich ist. Aufgrund dieser Großprojekte liegen die Aufträge im Tiefbau im September dennoch real um circa zwei Prozent über dem Vorjahresniveau.

Zukünftige Bundesregierung ist gefordert

Insgesamt gingen die Aufträge im Bauhauptgewerbe um real zwei Prozent zurück. Auch der Umsatz verzeichnete im September 2024 einen realen Rückgang von 1,4 Prozent auf knapp 80 Milliarden Euro. Besonders im Wohnungsbau fiel der Umsatz mit circa 17 Milliarden Euro real um 13 Prozent. Der Hochbau verzeichnete einen Umsatzverlust von etwa drei Milliarden Euro im Jahresvergleich. Der Tiefbau konnte hingegen einen nominalen Umsatzzuwachs von gut acht Prozent auf 39,5 Milliarden Euro verbuchen. Pakleppa warnt, dass die Baukonjunktur durch das Scheitern der Regierung und des Bundeshaushalts 2025 weiteren Schaden nehmen könnte. Eine zukünftige Bundesregierung müsse rasch Prioritäten für eine verlässliche Bau- und Infrastrukturpolitik setzen, um eine weitere Durststrecke bis Herbst 2025 zu vermeiden.

Link zur Quelle

Auch interessant:

Gedenken an Opfer im Bauwesen: Workers‘ Memorial Day 2026

Gedenken an Opfer im Bauwesen: Workers‘ Memorial Day 2026

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Bauwirtschaft sowie die baunahen Dienstleistungen 74 Todesfälle infolge von Arbeitsunfällen. Das entspricht nahezu einem tödlichen Vorfall an jedem vierten Werktag. Zusätzlich sterben jährlich etwa 400 Menschen aufgrund von...

Meilenstein im Spezialtiefbau am Südschnellweg Hannover erreicht

Meilenstein im Spezialtiefbau am Südschnellweg Hannover erreicht

Die Arbeiten von PORR am Großprojekt Südschnellweg im Süden Hannovers haben einen bedeutenden Meilenstein erreicht. Die Spezialtiefbauleistungen im ersten Bauabschnitt, bekannt als Primärdocks, stehen kurz vor dem Abschluss. Dieser Fortschritt ebnet den Weg für die...

STRABAG SE verlängert Vorstandsmandat bis 2030

STRABAG SE verlängert Vorstandsmandat bis 2030

Der Aufsichtsrat der STRABAG SE, einem bedeutenden europäischen Baukonzern, hat das Mandat des aktuellen Vorstandsteams um eine weitere Funktionsperiode verlängert. Die Entscheidung betrifft die Zeitspanne vom 1. Januar 2027 bis zum 31. Dezember 2030. Mit der erneuten...

Neueste Lexikoneinträge:

Probenahme nach LAGA PN 98

Die LAGA PN 98 (LAGA-Mitteilung 32, Stand Mai 2019) ist eine seit 2001 geltende fachliche Richtlinie für die einheitliche Probenahme fester Abfälle und abgelagerter Materialien bei stofflicher Verwertung oder Beseitigung. Sie standardisiert das Vorgehen bei der...

Technisches Bauwerk im Sinne der Ersatzbaustoffverordnung

Die Ersatzbaustoffverordnung (ErsatzbaustoffV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft und regelt den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) in „technische Bauwerke“. Ob ein Vorhaben als technisches Bauwerk einzuordnen ist, entscheidet regelmäßig darüber, welche...

Bodenverbesserung mit Kalk im Erdbau

Kalkbehandlung ist im Erdbau eine gezielte chemisch-mineralogische Veränderung des anstehenden Bodens, um Einbaufähigkeit, Verdichtbarkeit und Tragverhalten zu verbessern oder dauerhaft zu stabilisieren. Praktisch entscheidend ist dabei, dass sich insbesondere...

Geotechnische Kategorien nach EC 7, DIN 1054, DIN 4022

Geotechnische Kategorien dienen der Festlegung von Mindestanforderungen an Umfang und Qualität von Baugrundaufschlüssen, Feldversuchen und geotechnischen Laboruntersuchungen in Abhängigkeit von Bauaufgabe und Baugrund. Es wird zwischen drei Kategorien unterschieden,...

Geotechnische Kategorie GK 3

Nach DIN EN 1997-1 (Eurocode EC 7) bzw. DIN 4020 und DIN 1054 wird zwischen drei verschiedenen Geotechnischen Kategorien unterschieden. In diesem Artikel wird die Geotechnische Kategorie GK 3 umfassend erläutert. Eine Übersicht und grundsätzliche Informationen finden...