ZDB: Baugewerbe sieht Clean Industrial Deal der Europäischen Kommission positiv

04.03.2025

Die Europäische Kommission hat mit dem Clean Industrial Deal und dem Omnibus-Gesetz ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgestellt. Dieses soll die europäische Industrie nicht nur hinsichtlich ihrer Wettbewerbsfähigkeit stärken, sondern auch den Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft fördern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Reduzierung von Bürokratie und der Förderung von Wachstum innerhalb der europäischen Industrien.

Wettbewerbsfähigkeit durch Bürokratieabbau

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, betont die Bedeutung der neuen Initiativen: „Die EU-Kommission hat heute wichtige Impulse für mehr Wettbewerbsfähigkeit und weniger Bürokratie gesetzt.“ Laut Pakleppa sind die Vorschläge der Kommission ein vielversprechender Anfang, der die Erwartung weckt, dass die getroffenen Maßnahmen ernsthaft verfolgt werden.

Das Baugewerbe selbst begrüßt insbesondere die geplante Verschiebung des EU-Lieferkettengesetzes um zwei Jahre. Die vorgesehenen Änderungen beschränken sich darauf, dass nur direkte Vertragspartner in die Dokumentationspflichten einbezogen werden, anstatt die gesamte Lieferkette zu umfassen. Diese Anpassung wird als ein bedeutendes Signal für den Wirtschaftsstandort Europa angesehen.

Herausforderungen durch Regulierung

Die aktuelle Regulierungssituation stellt eine Herausforderung dar: „Schon lange ächzen hiesige Unternehmen unter immer penibleren Vorgaben. Deutschland ist aufgrund deutscher und europäischer Regeln mittlerweile eines der am stärksten regulierten EU-Länder“, so Pakleppa. Um die versprochene Reduzierung der Büokratielast um 35 Prozent zu erreichen, ist eine weitreichende Reduzierung der Berichts- und Dokumentationspflichten erforderlich.

Zielsetzung für mittelständische Unternehmen

Im Fokus der Maßnahmen steht die Entlastung von kleinen und mittleren Unternehmen in der Baubranche. Ziel ist es, dieser Gruppe eine Schlüsselrolle bei der Schaffung eines wettbewerbsfähigen und klimaneutralen Europas zu ermöglichen. Die Reduzierung der Bürokratie soll den Betrieben die Flexibilität und den Spielraum bieten, um notwendige Beiträge zur industriellen sowie ökologischen Transformation zu leisten.

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