Nichtbindiger Boden

20.11.2022

nichtbindiger Boden
nichtbindiger Boden

Nichtbindiger Boden (auch: rolliger Boden) zeichnet sich im Gegensatz zum bindigen Boden durch eine fehlende Kohäsion aus. Er besteht hauptsächlich aus Grobkorn (Sand, Kies, Steine und Blöcke).

Feinkörnige Bestandteile können vorhanden sein. Jedoch nur in geringem Umfang, so dass die mechanischen Eigenschaften davon im Wesentlichen unbeeinflusst bleiben.

Vertreter dieser Böden sind beispielsweise Terrassenschotter (vor allem Kies) und Flugsand. Relevante Bodengruppen nach DIN 18196, bei denen Kies dominiert, sind die Bodengruppen GW, GE und GI. Tritt vor allem Sand auf, sind die Bodengruppen SW, SE und SI relevant.

Bei entsprechenden Wassergehalten kann bei kleineren Korngrößen eine sogenannte „scheinbare Kohäsion“ auftreten, weshalb aus feuchtem Sand auch Sandburgen geformt werden können. Bei Trocknung schwindet die Kohäsion jedoch wieder. Im Allgemeinen lässt sich nichtbindiger Boden nur schütten, nicht formen.

Auch wenn ein Boden scheinbar ausschließlich aus Sand besteht, kann eine gewisse Trockenfestigkeit, also eine Kohäsion auch nach vollständiger Abtrocknung des Bodens, auf einen geringen Anteil an beispielsweise Ton hinweisen. Sofern die Kohäsion maßgeblich ist, handelt es sich dann entsprechend um einen bindigen Boden, auch wenn mengenmäßig grobe Korngrößen dominieren.

Nichtbindiger Boden weist eine relativ hohe Wasserdurchlässigkeit auf und ändert seine mechanischen Eigenschaften bei Wasserzutritt im Vergleich zu feinkörnigen Böden nur geringfügig.

Im Allgemeinen handelt es sich um einen Boden mit guter Tragfähigkeit. So können je nach Lagerungsdichte auch ohne Lasten mit vergleichsweise geringer Verformung abgetragen werden. Zudem treten die Verformungen zeitnah nach Lastaufbringung ein. Er ist grundsätzlich gut für Flachgründungen geeignet.

Ausgehobener nichtbindiger Boden lässt sich meist auch wieder gut verdichtet einbauen. Wie gut sich er sich verdichten lässt, hängt dabei von der Kornverteilung ab. Je weitständiger die Kornverteilung, also je größer die Bandbreite unterschiedlich großen Körnern ist, desto besser lässt er sich meist verdichten.

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