Plattengründung

22.05.2023

Eine Plattengründung ist eine gängige Methode in der Bautechnik, um die Lasten eines Bauwerks auf den Boden zu übertragen. Es handelt sich dabei um eine Art der Flachgründung, bei der die Bodenplatte als großflächiges Fundament aus Beton beziehungsweise Stahlbeton unter dem gesamten Bauwerk angelegt wird. Man spricht auch von einer „tragenden Bodenplatte“.

Bei einer Plattengründung wird versucht, die Last des Bauwerks gleichmäßig auf die gesamte Fläche des Fundaments zu verteilen. Durch die großflächige Verteilung der Last fällt die Sohlspannung (also die Kraft pro Flächeneinheit) geringer aus, als etwa bei Streifenfundamenten. Der Grundbruchnachweis lässt sich so in der Regel einfach führen.

Bauwerkssetzungen werden bei einer Plattengründung nicht unbedingt geringer ausfallen, da die Wirktiefe der tragenden Bodenplatte deutlich über der eines schmalen Streifenfundaments oder eines kleinen Einzelfundaments liegt. Geringere Setzungen wären jedoch beispielsweise dann zu erwarten, wenn nach wenigen Metern Boden bereits kompakter Fels folgt.

Was jedoch mit einer Plattengründung oftmals erreicht werden kann, ist eine Vergleichmäßigung der Setzung gegenüber jenen Setzungen, die bei Streifenfundamenten an gleicher Stelle auftreten würden.

Damit eignet sich die Plattengründung besonders für einen Baugrund mit vergleichsweise inhomogenen Bodenverhältnissen mit eher mäßiger Tragfähigkeit. Der Nachweis der Gebrauchstauglichkeit ist so oft einfacher zu führen, als bei Streifenfundamenten.

Ausführung einer Plattengründung

Die Ausführung umfasst in der Regel gegebenenfalls das Abziehen des Oberbodens, der Aushub möglicherweise gering tragfähigen Bodens, das Erstellen einer geeigneten Unterlage aus Schotter oder Kies und/oder einer Sauberkeitsschicht aus Magerbeton, das Einbringen einer Bewehrung (falls erforderlich) und das Gießen der Bodenplatte.

Bemessung einer tragenden Bodenplatte

Die Bemessung der Plattengründung kann mittels Bettungsmodulverfahren oder Steifemodulverfahren erfolgen.

Für beide Bemessungsverfahren werden Angaben des Baugrundgutachters benötigt. Beim Steifemodul handelt es sich um einen Bodenkennwert, der weitgehend ohne zutun des Statikers angegeben werden kann.

Der Bettungsmodul hingegen ist ein Systemkennwert, der von Boden und Bauwerk abhängig ist. Entsprechend sollte die Festlegung iterativ unter Beteiligung des Tragwerksplaners und des Bodengutachters erfolgen.

Die Kosten einer Plattengründung im Vergleich zum Streifenfundament

Eine tragende Bodenplatte kostet zunächst natürlich mehr als eine nicht-tragende Bodenplatte. Für die Plattengründung werden in der Regel eine dickere Platte sowie eine stärkere Bewehrung benötigt. Dafür kann auf Streifenfundamente verzichtet werden, die dann bei der nicht-tragenden Bodenplatte erforderlich wären.

Es muss jedoch unbedingt auf eine frostsichere Gründung geachtet werden! Sofern die Frostsicherheit nicht bereits durch den Baugrund selbst gewährleitestet werden kann, ist sie je nach Situation durch einen Bodenaustausch oder eine umlaufende Frostschürze, gegebenenfalls aus Magerbeton, sicherzustellen. Bei der Gründung über Streifenfundamente kann die Frostsicherheit einfach durch eine entsprechende Einbindetiefe der Fundamente in den Baugrund gewährleistet werden. Bei einer Plattengründung ist die Frostschürze gegebenenfalls zusätzlich erforderlich.

Ob eine Plattengründung oder eine Gründung über Streifenfundamente günstiger ist, kann daher pauschal nicht beantwortet werden und ist stets im konkreten Einzelfall zu bewerten.

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