ZDB zum Auftragseingang im Januar 2025

09.04.2025

Die Bauwirtschaft startete vielversprechend in das Jahr 2025. Die Auftragseingänge im Januar verzeichneten im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Anstieg von 10,3 Prozent, wenn man saison-, kalender- und preisbereinigte Werte betrachtet. Nominal stiegen die Aufträge um über 12 Prozent. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung im Wohnungsbau, wo eine deutliche Zunahme der Bestellungen zu verzeichnen war.

Zunahme im Hoch- und Tiefbau, Vorsicht bei der Interpretation der Zahlen

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, weist auf die positiven Entwicklungen in verschiedenen Bereichen hin: „Im Hochbau lagen die neuen Aufträge rund 10 Prozent über dem Vorjahreswert, im Tiefbau waren es etwa 14 Prozent mehr.“ Der Wohnungsbau sticht hierbei besonders hervor, da die Bestellungen um über 36 Prozent anstiegen.

Pakleppa warnt jedoch vor voreiligen Schlüssen hinsichtlich einer Trendwende: „Wir kommen beim Wohnungsbau von einem extrem niedrigen Niveau, der Januar 2024 war sehr schwach. Zudem sind in diesem Januar einige Großaufträge an den Markt gekommen. Die positive Veränderungsrate spiegelt noch keine Trendwende am Wohnungsbau.“ Aktuell sei lediglich eine Stabilisierung der Nachfrage auf einem niedrigen Niveau zu beobachten.

Notwendigkeit politischer Interventionen

Trotz der positiven Zahlen sieht Pakleppa weiterhin dringenden Handlungsbedarf seitens der neuen Bundesregierung. Er betont: „Wir brauchen Investitionen im Wohnungsbau. Bezahlbarer Wohnraum ist und bleibt eine zentrale soziale Aufgabe.“

Entgegen der Entwicklungen im Wohnungsbau und Wirtschaftstiefbau zeigt sich der gewerbliche Hochbau weniger dynamisch. Die Aufträge lagen dort etwa fünf Prozent unter dem Vorjahr. Pakleppa führt dies auf die anhaltend geringe Nachfrage aus der Industrie zurück.

Erfolge im Wirtschaftstiefbau

Im Wirtschaftstiefbau hingegen setzte sich der positive Trend fort, mit einem Anstieg der Auftragseingänge um rund 28 Prozent. „Der Ausbau der Infrastruktur bei Schiene, Stromtrassen und öffentlichem Nahverkehr hält Tempo. Und das ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland auch dringend geboten. Hier sind auch im Januar wieder Großprojekte an den Markt gegangen“, resümiert Pakleppa.

Umsatzwachstum des Bauhauptgewerbes im Januar

Auch die Umsatzzahlen unterstreichen die positive Entwicklung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erzielte das Bauhauptgewerbe im Januar einen Umsatz von rund 5,7 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 13 Prozent entspricht. Der Wohnungsbau trug dazu etwa 1,3 Milliarden Euro (+7,0 %) bei, der Wirtschaftsbau 2,7 Milliarden Euro (+13 %) und der öffentliche Bau rund 1,7 Milliarden Euro (+18,5 %).
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